Betrugs-Vorwürfe

Ratiopharm wehrt sich

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Der Generikakonzern Ratiopharm wehrt sich gegen Betrugsvorwürfe der Staatsanwaltschaft Ulm. Die Anschuldigungen gegen Ärzte seien weder straf- noch sozialrechtlich nachvollziehbar, teilte das Unternehmen mit. Es sei kein Schaden durch die Verordnung von Ratiopharm-Produkten entstanden - weil Ärzte meist statt teurerer Originalprodukte günstigere Nachahmerpräparate verschrieben hätten. Der Hersteller hat betroffenen Ärzten juristische Unterstützung angeboten.

Die Staatsanwaltschaft Ulm hatte Ende Juni mitgeteilt, dass rund 2800 Verfahren, vornehmlich gegen Ärzte, an die zuständigen Staatsanwaltschaften bundesweit abgegeben worden seien. Gegen zwei Ärzte wurde beim Amtsgericht Ulm bereits Strafbefehl gestellt. Den Medizinern wird vorgeworfen, Umsatzbeteiligungen an denen von ihnen verschriebenen Medikamenten erhalten zu haben, ohne sie der Kassenärztlichen Vereinigung gemeldet zu haben.

Die Staatsanwaltschaft Ulm prüft den „Verdacht auf Betrug durch Unterlassung zum Nachteil der Kassenärztlichen Vereinigung“. Doch einer der Oberstaatsanwälte hat Zweifel: „Ich bin sehr skeptisch, ob es zu einer strafrechtlichen Verfolgung kommt“, sagte er im Juli der „Südwest Presse“. Voraussetzung für den Tatbestand des Betruges sei ein Schaden. „Den kann ich im Moment nicht sehen“, so der Oberstaatsanwalt.

Ratiopharm bangt um das Ansehen der Ärzte und den eigenen Ruf: „Durch Vorwürfe in der Öffentlichkeit, obwohl immer klarer wird, dass keine Strafbarkeit vorliegt, droht den Ärzten, aber auch dem Unternehmen beträchtlicher Schaden“, so Thomas Ehmann, Mitglied der Ratiopharm-Geschäftsführung.

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