Pharmakonzerne

Pfizer kehrt New York den Rücken

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47 Millionen US-Dollar an Steuererleichterungen und sonstigen Zuschüssen - soviel hatte die Stadt New York 2003 dem weltgrößten Pharmakonzern Pfizer zugesagt, weil der in der Metropole massiv investieren sollte. Genützt hat es nichts: Nach einem Bericht der „New York Times“ hat Pfizer seinen Büroturm in der Third Avenue zum Verkauf gestellt. Bis zu 1400 Jobs sollen gestrichen oder an die Standorte in New Jersey und Pennsylvania verlegt werden. Der Pharmatraum ist ausgeträumt.

Seit seiner Gründung im Jahr 1849 hat Pfizer seinen Firmensitz in New York. Das soll sich zwar auch in Zukunft nicht ändern: Die Konzernzentrale bleibt im Hochhaus in der Nähe der Grand Central Station in Manhatten. Doch nachdem bereits vor zwei Jahren eine Fabrik in Brooklyn geschlossen wurde, soll nun erneut ein Viertel der Jobs gestrichen werden.

2003, als Pfizer für 60 Milliarden Dollar den Mitbewerber Pharmacia übernahm, herrschte in New York Hochstimmung. Bürgermeister Michael Bloomberg trat gemeinsam mit dem Konzern vor die Presse: Pfizer kündigte Investitionen von einer Milliarde Dollar und versprach, nicht nur die 6500 bestehenden Jobs zu erhalten, sondern 2000 neue Stellen zu schaffen.

Zwei Jahre später arbeiteten tatsächlich 6500 Menschen in New York für Pfizer, von da an ging es bergab. Insgesamt rund 2000 Stellen hat der Konzern in den vergangenen Jahren laut New York Times am Standort gestrichen. Nun werden angesichts der neuen Pläne auch die Steuererleichterungen nachverhandelt: 12 Millionen Dollar hatten Pfizer die Versprechungen an die Stadtverwaltung laut Bericht bislang gebracht. Wegen nicht erfüllter Beschäftsigungszahlen musste der Konzern vor zwei Jahren bereits 2,7 Millionen Dollar zurückzahlen. Jetzt sollen weitere Nachzahlungen folgen.

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