EuGH Spezial

„Nicht verloren, nur nicht gewonnen“

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Die Reaktion aus Stuttgart auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) klang bemüht gelassen. DocMorris habe nicht verloren, sondern nur nicht gewonnen, sagte Konzernchef Dr. Fritz Oesterle. Das Urteil sei glasklar. Das sei Celesio besonders wichtig. „Deshalb ist der Tag heute auch für uns ein guter Tag“, so Oesterle.

Der Kauf von DocMorris habe sich auch ohne Marktöffnung gelohnt. Die Zeichen im Versandhandel stünden steil nach oben; bis 2011 sollen mindestens 500 Apotheker DocMorris-Markenpartner sein. „Wir wissen jetzt, auf welchem Fuß wir 'Hurra' schreien können, nämlich auf dem der Markenpartnerschaft“, so Oesterle. Und man wisse jetzt, dass man heute keinen Euro für den Kauf oder die Gründung von Apotheken ausgeben müsse.

Mit dem Urteil habe der EuGH den Ball in einem langen Bogen in die Mitgliedstaaten zurückgespielt. Laut Oesterle wird Celesio in dieser Richtung aber nicht weiter lobbyieren, das habe man auch in der Vergangenheit nicht getan. „Wir treiben die Marktöffnung nicht aktiv voran, aber wenn jemand diese Tür aufstößt, wird Celesio als erstes hindurch gehen“, so der Vorstandschef, dessen Konzern Eigentümer von DocMorris ist, sich bei der EU-Kommission beschwert hatte und bereits im Vorfeld mit Apothekern Verkaufsvereinbarungen geschlossen hatte. Diesen Apothekern solle nun geholfen werden, sofern dies Not tue.

Und Oesterle findet in den beiden gescheiterten EU-Verfahren noch etwas Gutes: Immerhin habe die Diskussion der vergangenen Jahre bewirkt, dass der Fokus auf mehr Service und Beratung in den Apotheken gelegt werde.

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