Nach einem weiteren Warnstreik bei der Aristo-Tochter Advance Pharma ist Schwung in die Verhandlungen gekommen: Mit den beteiligten Verhandlungspartnern sei eine Lösung erzielt worden, sagt eine Unternehmenssprecherin. Davor hatten erneut Beschäftigte vor den Toren des Herstellers protestiert.
Im vergangenen Sommer hatte Aristo angekündigt, die Produktion in Berlin zu schließen. Es geht um zwei Standorte. Laut der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) sind insgesamt 250 Arbeitsplätze betroffen. Weil die Verhandlungen über einen Sozialplan stockten, rief die Gewerkschaft zu mehreren Arbeitsniederlegungen auf. Im Dezember gab es zwei Warnstreiks sowie vor einer Woche bei Advance Pharma.
Jetzt konnte eine Einigung erzielt werden: „Nachdem in der Einigungsstelle gemeinsam mit dem Betriebsrat eine einvernehmliche Lösung zu Interessenausgleich und Sozialplan erzielt werden konnte, sind weitere Streikmaßnahmen nicht zu erwarten“, sagt eine Unternehmenssprecherin. Die nächsten Schritte im Zusammenhang mit der Betriebsstilllegung würden geordnet und entsprechend der gesetzlichen Vorgaben umgesetzt.
IGBCE-Verhandlungsführerin Birgit Grunow: „Unser Anspruch ist, dass niemand ins Bergfreie fallen darf. Wenn schon an der Entscheidung zur Schließung, die wir absolut kritisieren, nichts mehr zu ändern ist, dann erwarten wir mindestens, dass mit den Betroffenen anständig umgegangen wird. Unsere Mitglieder erwarten kein Foulspiel des Arbeitgebers, sondern Respekt und die Anerkennung seiner sozialen Verantwortung.“