Die Gedisa wird auch in diesem Jahr noch von den Mitgliedern der Apothekerverbände am Leben gehalten. In Bayern erhalten Apothekerinnen und Apotheker derzeit die nächste Rechnung über 468 Euro netto.
Eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Bayerischen Apothekerverbandes (BAV) hatte im Februar 2025 bechlossen, dass die Apotheken zwei weitere Jahre lang über eine Sonderumlage für die Finanzierung der Gedisa aufkommen sollen. Daher wird jetzt der Betrag für das laufende Jahr eingezogen: 468 Euro zahlen alle Inhaberinnen und Inhaber, die Verbandsmitglied sind. Stichtag ist der 1. Januar; die Sonderumlage wird also auch dann fällig, wenn die Apotheke im Laufe des Jahres schließt oder abgegeben wird.
Der BAV weist noch einmal auf die Leistungen hin, die die Apotheken dafür in Anspruch nehmen können: Zum Basispaket gehören demnach die Bereitstellung, der Betrieb und der Support des Apothekenportals sowie der Kunden-App „ApoGuide“. Zum Angebot gehört auch die Dokumentation von Impfsurveillance und pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL). Außerdem werden die Apotheken in den Apps der Gematik und der Krankenkassen gelistet. Schließlich können via „Apomail“ Mailadressen für alle Mitarbeitenden genutzt werden.
Zum Pluspaket gehören der TI-Messenger sowie das Zeit- und Terminmanagementsystem („Apomondo“) und die sichere Dateiablage (10 GB). Auch Schnittstellen für Drittanbieter, etwa im Zusammenhang mit CardLink oder Shop-Funktionen, können angefordert werden. Demnächst soll auch das schon lange angekündigte Retaxportal hinzukommen.
Die Gedisa wurde 2021 von den Landesapothekerverbänden gegründet, nur der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) beteiligte sich nicht. Für drei Jahre gab es eine Anschubfinanzierung, die in der Größenordnung von 30 Millionen Euro gelegen haben soll. Im Herbst 2024 stimmten die Gesellschafter zähneknirschend einer weiteren Zwangsumlage für die Mitglieder zu.
Nur der LAV Niedersachsen entschied sich für einen Sonderweg: Hier übernahm der Verband die Kosten, allerdings nur für 2025. Seit Januar müssen Apotheken die Kosten für die Basismitgliedschaft daher aus eigener Tasche zahlen.