Bundeskartellamt

easy-Boss fordert Verfahren gegen Apotheken

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Der Betreiber der easy-Apotheke, Oliver Blume, nutzt das Verfahren des Bundeskartellamtes gegen neun Apothekerverbände und acht Hildesheimer Apotheken für massive Vorwürfe an die Präsidentin der Bundesapothekerkammer (BAK), Magdalene Linz. Blume schreibt in einem "offenen Brief" vom 16. Januar 2008, der APOTHEKE ADHOC vorliegt, dass die Landesapothekerkammern den easy-Apotheken "leider noch immer Knüppel zwischen die Beine" werfen würden. Linz, die auch Präsidentin der niedersächsischen Apothekerkammer ist, solle sich für einen "freien Preiswettbewerb zum Wohle der Verbraucher einsetzen".

Blume wiederholt erneut seine anhaltende "Genugtuung" über das Vorgehen der Kartellwächter gegen einige seiner Hildesheimer Kolleginnen und Kollegen. Er vermutet einen Skandal "in der Sprachlosigkeit" von Linz. Schließlich sei es Sache der BAK, die Einhaltung des Berufsrechts zu achten. In dem Brief kritisiert Blume, "dass sich der Wettbewerbsgedanke offenbar weder bei den Apothekerkollegen noch in der Bundesapothekerkammer durchgesetzt habe". Von ihrer Präsidentin fordern sie deshalb, die BAK den Anforderungen eines sich verändernden Marktes anzupassen und die Grundsätze des freien Wettbewerbs in ihrer Organisation zu verankern. Dazu gehört auch, durch berufsgerichtliche Verfahren gegen die acht durch das Bundeskartellamt verurteilten Hildesheimer Apotheker, für eine schonungslose Aufklärung zu sorgen.

Auf Nachfrage von APOTHEKE ADHOC reagierte ein Sprecher der Bundesapothekerkammer gelassen: "Dass sich ein einzelner Anbieter nun eines noch laufenden Verfahrens des Bundeskartellamtes bedient, um seine eigene Marktposition durch wenig nachhaltige PR zu stärken spricht für sich." Es sei bemerkenswert, "für sich selbst einzufordern, die Kammer solle gleich mehrere Augen zudrücken und gleichzeitig gegen Mitbewerber vorgehen".

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