Schlafstörungen

Doxylamin kommt als Saft

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Berlin -

Eine erholsame Nacht ist entscheidend für die körperliche und geistige Fitness. Wer über Tage oder Wochen schlecht schläft, sucht Hilfe in der Apotheke. Im Rahmen der Selbstmedikation stehen pflanzliche und chemische Arzneimittel sowie Nahrungsergänzungsmittel zur Verfügung. Ein Beispiel ist Doxylamin, das nun als Saft zur Verfügung steht.

Schlafstörungen werden in Ein- und Durchschlafstörungen unterschieden. Wenn sich das Gedankenkarussell beim Einschlafen dreht und die Betroffenen nicht abschalten können, ist von Einschlafstörungen die Rede. Oft können die Betroffenen länger als 20 Minuten nicht einschlafen. Wer problemlos einschläft, aber in der Nacht vermehrt oder am Morgen frühzeitig aufwacht, leidet unter Durchschlafstörungen.

Doxylamin ist ein stark sedierendes Antihistaminikum und für die Kurzzeitbehandlung von Ein- und Durchschlafstörungen geeignet. Das H1-Antihistaminikum kam ursprünglich als Heuschnupfenmittel auf den Markt. Doxylamin hemmt den Einfluss der körpereigenen Wachsubstanz Histamin und kann den Einschlafprozess innerhalb einer halben Stunde beschleunigen. Verwender sollen eine Schlafdauer von acht bis neun Stunden einhalten, um am nächsten Tag der Nacht nicht noch „hinterher zu hängen“. Der Wirkstoff wird zur symptomatischen Kurzzeitbehandlung von gelegentlichen Schlafstörungen eingesetzt und besitzt beruhigende und schlaffördernde sowie antiallergische und antiemetische Eigenschaften.

Saft für individuelle Dosierung

Der Wirkstoff steht in verschiedenen Darreichungsformen zur Verfügung – als Tablette, Schmelztablette und nun auch als Wick MediQuil Schlafsaft. Die neue Darreichungsform wurde entwickelt, um ein Doxylamin-Schlafmittel mit anpassbarer Dosierung zur Verfügung zu stellen. Für 69 Prozent der Verbraucher:innen, die ein OTC-Schlafmitteln anwenden, ist eine flexible Dosierung wichtig. Einige teilen die Tabletten zu 25 mg Doxylamin, um die gewünschte Dosierung zu erreichen. Mit dem Wick MediQuil Schlafsaft können Betroffene laut Hersteller mit dem skalierten Messbecher – bis 20 ml – die Dosierung an ihre Bedürfnisse anpassen.

Der Schlafsaft hat einen Kirsch-Sahne-Geschmack, ist vegan, zucker-, laktose- und glutenfrei und besonders für Kund:innen geeignet, die keine Tabletten einnehmen möchten oder können.

Wick MediQuil Schlafsaft ist für Erwachsene ab einem Alter von 18 Jahren zugelassen – 20 ml Saft entsprechen 50 mg Doxylaminsuccinat. Der Saft soll etwa 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafengehen eingenommen werden – üblicherweise unverdünnt nach den Mahlzeiten; eine Verdünnung mit Wasser oder Tee ist jedoch möglich. Dabei sollte eine Anwendungsdauer von zwei Wochen nicht überschritten werden. Der Saft sollte außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden und hat nach dem Öffnen eine Haltbarkeit von zwei Monaten.

Was noch bei Schlafstörungen hilft

Baldrian

Der Wirkmechanismus ist nicht genau bekannt ist. Vermutlich sorgen die enthaltenen Lignane für die schlaffördernde Wirkung, die auf einen Eingriff in den GABA-Regelkreis zurückzuführen ist. Studien zeigen, dass Baldrianwurzelextrakt einen Wirkstoff enthalten muss, der am A1-Rezeptor angreift und eine Adenosin-ähnliche Wirkung hervorruft. Adenosin reguliert den Schlaf-Wach-Rhythmus und sorgt für einen erholsamen Schlaf, um das Gehirn vor einem möglichen Energiemangel zu schützen.

Merke: Baldrian wirkt nicht gleich in der ersten Nacht. Nach etwa 14 Tagen entfaltet Baldrian seine volle Wirkung.

Neben Baldrian kommen auch Präparate mit Lavendel, Melisse oder in Kombination mit Hopfen, Passionsblume oder Johanniskraut zu Einsatz.

Lavendel

Ist die Reizüberleitung an den Nervenzellen gestört und zu viele Reize prasseln ein, strömt Calcium in die Zellen ein. Erregende Botenstoffe wie Noradrenalin werden in den synaptischen Spalt ausgeschüttet. Das Nervensystem ist übererregt und innere Unruhe und Nervosität die Folge. Lavendel reguliert den Calcium-Einstrom auf ein Normalniveau und somit werden die Botenstoffe wieder ins Gleichgewicht gebracht. Innere Unruhe und Ängste werden gemindert.

Diphenhydramin

Diphenhydramin blockiert kompetitiv und reversibel die Wirkungen endogenen Histamins an den H1-Rezeptoren. Das Antihistaminikum ist ebenfalls für die Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen angezeigt.

Melatonin

In der Vergangenheit ist ein Hype um Melatonin entbrannt. Das Schlafhormon wird bei Dunkelheit von der Zirbeldrüse ausgeschüttet und steuert den Tag-Nacht-Rhythmus. Gebildet wird Melatonin aus Serotonin. Präparate mit einer Tagesdosis von 1 mg können als Nahrungsergänzungsmittel deklariert werden. Zwei Health Claims sind möglich: „Melatonin trägt zur Linderung der subjektiven Jetlag-Empfindung bei“ und „Melatonin trägt dazu bei, die Einschlafzeit zu verkürzen“. Voraussetzung ist stets, dass der tägliche Grenzwert von 1 mg nicht überschritten und der Verbraucher darüber informiert wird, dass die Wirkung sich einstellt, wenn die zulässige Höchstmenge kurz vor dem Schlafengehen aufgenommen wird.

Nicht medikamentöse Maßnahmen

  • körperliche Anstrengung nach 18 Uhr vermeiden
  • maximal 30 Minuten Mittagsschlaf vor 14 Uhr
  • abends auf schwere Mahlzeiten und Alkohol verzichten
  • Einschlafrituale schaffen und möglichst immer zur gleichen Zeit schlafen gehen
  • angenehmes Raumklima schaffen
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