Porträt

Der Phoenix-Verwalter

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„Bei der Phoenix-Gruppe handelt es sich nach meiner Überzeugung um ein gesundes Unternehmen mit einer profitablen und stabilen Ertragslage.“ Diese positive Ersteinschätzung stammt vom frisch ernannten Treuhänder des Mannheimer Pharmahändlers, Professor Dr. Harald Wiedmann. Die Familie Merckle hat den Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwalt und Steuerberater in Abstimmung mit den beteiligten Banken beauftragt, in den kommenden Wochen und Monaten Licht in die zahlreichen Korridore des verschachtelten Konzerns zu bringen.

Für das komplizierte Unterfangen dürften Wiedmanns Kenntnisse und Erfahrungen als Bilanzexperte dringend notwendig sein. Wiedmann war seit 1974 in verschiedenen Positionen bei renommierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften tätig: Bis 1991 arbeitete er bei Peat Marwick Mitchell & Co, unter anderem als Leiter der Prüfungsabteilung. Von 1992 bis 2005 war er im Vorstand bei KPMG, zuletzt als Sprecher.

Seit August 2007 ist Wiedmann in Berlin für Gleiss Lutz tätig - dieselbe Kanzlei, deren Stuttgarter Büro vor 15 Jahren den Aufbau des Pharmahändlers begleitet hatte. Jahrelang war Phoenix von einem ehemaligen Partner der Kanzlei aufgebaut worden: Dr. Bernd Scheifele, dem heutigen Vorsitzenden des Aufsichtsrats.

1945 in Schwäbisch-Gmünd geboren, studierte Wiedmann Jura in Tübingen und München. Nach der Referendarzeit in München und Stuttgart promovierte Wiedmann 1976. Im selben Jahr legte er in Frankfurt sein Steuerberaterexamen ab; zwei Jahre später das Wirtschaftsprüferexamen.

Wiedmann ist Honorarprofessor für internationale Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung an der Technischen Universität in Berlin und an der Goethe-Universität in Frankfurt. Außerdem ist er Mitglied der Aufsichtsräte der Berenberg Bank (Vorsitz), der Wincor Nixdorf AG, der Praktiker Baumarkt AG, der ProSiebenSat.1 Media AG, der Merz Pharma AG & Co KG und der Prime Office AG.

Als Vorstandsvorsitzender des Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee und Präsident des untergeordneten Deutschen Standardisierungsrates sowie als Vorsitzender des Hauptfachausschusses des Instituts der Wirtschaftsprüfer war Wiedmann jahrelang an der Weiterentwicklung allgemeiner Standards für die Konzernrechnungslegung beteiligt.

„Bevor ich etwas zu meinen Aufgaben als Treuhänder sagen kann, bedarf es erst einer gründlichen Einarbeitung“, erklärte Wiedmann gegenüber APOTHEKE ADHOC. „In Gesprächen mit allen Beteiligten muss dann die geeignete Vorgehensweise festgelegt werden mit dem Ziel eines Deleveraging der Merckle-Gruppe.“

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