Zwangswerbung von Tabakriesen

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Berlin - Kein Lagerfeuer, keine Partystimmung, keine coolen Menschen mit Zigaretten: US-Tabakhersteller schalten derzeit einen gemeinsamen Werbespot, in dem eine Frauenstimme in sachlichem Ton vor den Gefahren des Rauchens warnt. Von Herzproblemen bis zu diversen Krebserkrankungen reicht die Palette. Freiwillig machen sie das nicht.

Die Tabakkonzerne Altria, R.J. Reynolds Tobacco, Lorillard and Philip Morris USA wurden per Gerichtsbeschluss zu dem Werbespot verdonnert. Zudem müssen sie ganzseitige Anzeigen in den Wochenendausgaben großer Tageszeitungen schalten. Die von oben verordnete Kampagne muss ein Jahr lang geführt werden.

„Rauchen tötet 1200 Amerikaner. Jeden Tag“, sagt die Stimme. Jedes Jahr sterben in den USA mehr Menschen an den Folgen von Krankheiten, die dem Tabakkonsum zugeschrieben werden als an Mord, AIDS, Selbstmord, Drogen, Autounfällen und Alkohol zusammen. Leukämie, Mund-, Lungen-, Magenkrebs und viele weitere Erkrankungen werden aufgezählt. „Rauchen verursacht auch verminderte Fruchtbarkeit, zu niedriges Gewicht bei Neugeborenen“, warnt die Stimme.

Eines steht fest: Lust auf eine Zigarette macht dieser Spot niemandem. Und so soll es auch sein. Der Streit zwischen US-Politikern und Tabak-Gegnern und der von ihnen verdammten Industrie währt seit vielen Jahren. Das Urteil fiel bereits vor elf Jahren – Richterin Gladys Kessler hatte 2006 in einer mehr als 1600 Seiten starken Begründung geurteilt, dass die Tabakkonzerne das Gesetz brachen, indem sie die Öffentlichkeit jahrzehntelang über die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens belog

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