Russland

Ministerium untersucht Pharmaskandal

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Der russische Pharmahersteller Bryntsalov-A wird beschuldigt, gefälschte Produkte vertrieben zu haben. Die Untersuchungskommission des Innenministeriums hat einem Moskauer Gericht einen belastenden Bericht mit den Ergebnisse seiner Untersuchung vorgelegt, erklärte das Ministerium. Der Geschäftsführerin Tatyana Bryntsalova und anderen Managern werden unlautere Geschäfte und Lizenzverstöße vorgeworfen. Die Konzernführung hätte einen „kriminellen Ring“ aufgebaut, heißt es in der Anklage. Bryntsalov-A soll zwischen April 2004 und Mai 2005 illegal hergestellten Medikamente im Wert von umgerechnet rund 2,3 Millionen Euro verkauft haben. Hinzu kommen laut Anklage 200 Tonnen gefälschte Produkte, die beschlagnahmt werden konnten. Der Fall wurde bereits im April des vergangenen Jahres aufgenommen.

Tatyana Bryntsalova ist die Schwester des Pharma-Oligarchen Vladimir Bryntsalov, einem ehemaligen Präsidentschaftskandidaten (1996) und dem Gründer der Sozialistischen Partei Russlands. Ende der 80er-Jahre führte Bryntsalov den Pharmaherstellerverband „Moscow Drug Manufacturers Association“ an, der später in „Ferein“ umbenannt wurde. Russische Medien berichteten im Frühling über Bryntsalovs Pläne, Mehrheitsanteile an einer noch im Aufbau befindlichen staatlichen Arzneimittelgesellschaft zu erwerben.

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