Pharmahersteller

Hersteller will nicht mehr Isis heißen

, Uhr
Berlin -

Der US-Hersteller Isis Pharmaceuticals sucht einen neuen Namen. Nach den Terroranschlägen in Paris am vergangenen Samstag erklärte das kalifornische Unternehmen gegenüber CNN Money, man sei es leid, den Namen mit einer terroristischen Vereinigung zu teilen. In Deutschland gibt es noch zwei Produkte, die den in Verruf geratenen Namen tragen.

Die meisten Menschen würden beim Namen des Biotechunternehmens nicht an die ägyptische Gottheit Isis denken, die als Namensgeberin diente – sondern eben an schreckliche Gewalttaten, zuletzt in der französischen Hauptstadt, sagte Kommunikationschef D. Wade Walke. Bislang gebe es noch keine finale Entscheidung und es sei auch nicht bekannt, welche neuen Namen zur Diskussion stehen.

„Auch wenn die Leute wissen, dass wir nichts mit der Terrororganisation zu tun haben, hat der Name an sich zu viele negative Konnotationen“, sagte Walke. „Es wird offenkundig nicht besser über die Zeit.“ Die Tragödie von Paris wiege schwer für das Unternehmen.

Isis stellt Mittel gegen Krebs, Herzkrankheiten und neurologische Störungen wie ALS her. Im vergangenen Jahr teilte das Unternehmen mit, es gebe keinen Anlass, den Namen oder das Börsenkürzel „ISIS“ zu ändern. Investoren hätten angedeutet, der Name sei für sie kein Thema. „Wie auch immer – helfen wird er auch nicht“, sagte Walke. Nutzer von StockTwits, einem sozialen Netzwerk für Aktienhändler, haben sich bereits darüber ausgetauscht, ob ein neuer Name oder wenigstens ein neues Börsenkürzel für das Unternehmen gewinnbringend sein könnten.

Am Montag fiel der Börsenkurs des Herstellers um 4 Prozent – während sich der Gesamtmarkt an der Wall Street eigentlich erholte. Unternehmensmitteilungen habe es nicht gegeben, die zu einem Absturz hätten führen können, bewertete CNN Money. Allerdings sei auch nicht klar, ob der Wertverlust mit den Anschlägen in Verbindung gebracht werden könne, für die der Islamische Staat (IS) verantwortlich zeichnete, der bis Juni 2014 als Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS) auftrat.

Walke sagte, es sei möglich, dass der Börsensturz mit der Nachricht eines Konkurrenten zu tun haben könne. Clovis Oncology hatte am Montag bekannt gegeben, dass die US-Zulassungsbehörde FDA weitere Daten zu Rociletinib angefordert habe – einer der verheißungsvollsten Kandidaten unter den Onkologika. Daraufhin sei der Börsenkurs von Clovis um 70 Prozent abgestürzt.

In Deutschland hat Actavis noch zwei Präparate mit demselben Namen im Sortiment: Glimepirid Isis und Ramipril Isis. Zahlreiche andere Produkte wurden in den vergangenen Jahren bereits umbenannt. Bereits 2011 hatte die heute zum indischen Hersteller Aurobindo gehörende Firma angekündigt, die 2005 von Alpharma übernommenen Marken Isis und Puren sukzessive zu ersetzen.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Mehr aus Ressort
Bürgermeisterin will regulierte Ausgabe
Amsterdam: Kokain und MDMA bald in Apotheken?

APOTHEKE ADHOC Debatte