USA

Apotheker für Alaska gesucht

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Im US-Bundesstaat Alaska fehlt es an Apothekern: Den derzeit rund 400 Approbierten stehen rund 100 unbesetzte Stellen gegenüber. Besonders ernst ist das Personalproblem in kleinen Städten und ländlichen Gegenden. Doch auch in der größten Stadt Anchorage, in der jeder dritte der 670.000 Einwohner Alaskas lebt, kommt es bereits zu Warteschlangen in den Apotheken.

Die rund 90 Apotheken des Bundesstaates haben erhebliche Probleme, neue Mitarbeiter zu finden: Durchschnittlich dauert es 15 Monate, bis eine leere Stelle besetzt werden kann. Viele Arbeitgeber versuchen deshalb, Approbierte aus den südlichen Staaten zu werben. Doch obwohl die Löhne mit durchschnittlich 110.000 US-Dollar im Jahr (umgerechnet rund 77.000 Euro) zu den höchsten in den USA gehören, kommen nur wenige Apotheker in den dünn besiedelten Bundesstaat.

Schon 2005 war jeder dritte Apotheker Alaskas über 55 Jahre alt. Nur wenige junge Pharmazeuten rücken nach: Im Gegensatz zu anderen US-Staaten gibt es in Alaska weder eine pharmazeutische Fakultät noch finanzielle Programme, die Approbierte in den Norden locken könnten. Dabei wird der Bedarf an Apothekern in den nächsten Jahren voraussichtlich noch ansteigen.

Kein Wunder, dass die führenden Apothekenketten bislang einen großen Bogen um Alaska machten: Alaska war bisher der einzige Bundesstaat, in dem es keine Apothekenketten gab. Knapp die Hälfte der Apotheken gehört dem jeweiligen Apotheker; die andere Hälfte sind Arzneimittelschalter in Supermärkten und Kaufhäusern. In anderen Staaten wie Florida sind nur 28 Prozent der Apotheken unabhängig, jeweils 36 Prozent sind Ketten- beziehungsweise Supermarktapotheken.

Jetzt will zumindest Walgreens die weißen Flecken schließen: In Anchorage und Wasilla eröffneten in den vergangenen Wochen die ersten drei Apotheken der Kette in Alaska.

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