Die Verwendung der elektronischen Patientenakten (ePA) in den Kliniken kommt nur schleppend in Gang. Wie die Deutsche Krankenhausgesellschaft nach einer Befragung von 489 Kliniken von Ende Februar mitteilte, können die ePA lediglich 26 Prozent der Häuser krankenhausweit nutzen.
Wichtige Gesundheitsdaten der Patienten wie Befunde und Laborwerte müssen eigentlich seit Herbst auch in digitale Akten geladen werden. In vielen Krankenhäusern hakt es aber noch: Gesetzlich sind Kliniken wie Praxen bereits seit Oktober verpflichtet, die E-Akten zu nutzen und Daten wie Befunde oder Laborwerte einzustellen.
90 Prozent der Kliniken haben der Erhebung zufolge die technische Inbetriebnahme gestartet – doch 18 Prozent warteten zuletzt noch auf Updates ihrer Verwaltungssysteme, die Softwarehersteller liefern, wie zuerst die „Augsburger Allgemeine“ berichtete.
Rund 70 Millionen der 74 Millionen gesetzlich Versicherten haben eine E-Akte von ihrer Kasse angelegt bekommen, was man für sich auch ablehnen kann. Die ePA kann Patienten ein Leben lang begleiten. Sie soll wichtige Daten bündeln und so auch Doppeluntersuchungen und Arznei-Wechselwirkungen vermeiden.
Vize-Verbandschefin Henriette Neumeyer sagte der „Augsburger Allgemeinen“: „Noch können nicht alle Kliniken bestehende elektronische Akten von Patienten einsehen und nutzen.“ Der Zeitplan der Politik sei ehrgeizig gewesen. „Dabei wurden viele Schwierigkeiten unterschätzt.“
Aktuell nehmen nach Angaben der mehrheitlich bundeseigenen Digitalagentur Gematik 80.128 der 98.500 Arztpraxen teil. Dabei waren Ende vergangener Woche auch 27.000 Zahnarztpraxen, 11.600 Apotheken und 1.172 Kliniken.
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