Das Angebot an pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) in Apotheken wächst kontinuierlich: Mehr als die Hälfte der Apotheken bietet laut Abda-Zahlen inzwischen regelmäßig pDL an. Allerdings spielen zwei Services so gut wie keine Rolle.
Im dritten Quartal 2025 boten laut Abda gut 8800 der insgesamt 16.600 Apotheken insgesamt rund 216.000 pDL an. Im dritten Quartal des Vorjahres waren es noch rund 7900 Apotheken und insgesamt circa 156.000 pDL.
91.274 Patientinnen und Patienten nahmen die Einweisung zu Inhalativa in Anspruch, bei 78.949 Patienteninnen und Patienten mit mehr als fünf Arzneimitteln wurde die erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation durchgeführt. Die „standardisierte Risikoerfassung hoher Blutdruck“ wurde 44.527 Mal erbracht.
Damit bleiben rund 1250 Fälle übrig, in denen eine pharmazeutische Betreuung bei oraler Antitumortherapie oder nach Organtransplantation durchgeführt wurde – zwei Randthemen in den Apotheken.
Abda-Präsident Thomas Preis ist dennoch zufrieden: „Die pharmazeutischen Dienstleistungen nutzen den Patientinnen und Patienten unmittelbar und verbessern die Versorgung spürbar. Unser Ziel ist es, die Implementierung weiter zu beschleunigen und die Angebote noch besser in der Breite zu verankern.“
Für die bessere Einbindung der Dienstleistungen in den Apothekenalltag habe die Abda nun verschiedene neue Schulungs- und Informationsmaterialien erarbeitet. Sie sollen den Apothekenteams die Ansprache der Patientinnen und Patienten erleichtern. Zudem sollen Schulungsvideos, Experten-Podcasts, Workshops bei wissenschaftlichen Kongressen und umfangreiches Werbematerial zur weiteren Unterstützung dienen.
Seit 2020 können Apotheken fünf verschiedene pDL anbieten, unter anderem zur richtigen Anwendung von Inhalativa oder zur Medikationsanalyse. Das geplante Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) sieht die Etablierung weiterer pDL vor, unter anderem um die Therapietreue zu erhöhen.
„Die pDL sind ein bedeutendes Zukunftsthema. Im April letzten Jahres haben wir in unserem Zukunftskonzept vorgeschlagen, weitere pDL einzuführen – der Gesetzgeber will uns dabei weitgehend folgen“, so Preis. Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass es eine bessere Versorgung nicht zum Nulltarif geben könne. „Die Apotheken brauchen ausreichend personelle und finanzielle Ressourcen, um diese zusätzlichen Leistungen anzubieten“, betont der Abda-Präsident.
Der Deutsche Apothekerverband (DAV) hat vor Kurzem den Vertrag zur Honorierung der pDL gekündigt, da die 2020 von der Schiedsstelle festgelegten Honorierungen aus Sicht des DAV nicht mehr angemessen seien. Die Freie Apothekerschaft wies gestern darauf hin, dass pDL ein Minusgeschäft seien.
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