Geschäftsklimaindex

Weiter schlechte Stimmung in Apotheken

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Berlin -

Die Krise in den Apotheken scheint kein Ende zu finden. Nachdem der von aposcope erhobene Apotheken Geschäftsklima-Index (AGI) im Januar ein Rekordtief von -13 erreichte, bleibt er mit einem Wert von -8 im April auf niedrigem Niveau. Von einer Stimmungsaufhellung kann keine Rede sein.

Das kurze Aufatmen nach der Corona-Pandemie war nicht von Dauer. Wegen der Lieferengpässe, des Personalmangels und Apothekenschließungen zeichnet sich ein düsteres Bild – und die Inhaber:innen glauben kaum an baldige Besserung.

Die aktuelle Geschäftslage wird zwar von 30 Prozent der Inhaber:innen als sehr gut oder gut beurteilt, 19 Prozent finden sie aber schlecht oder sehr schlecht. Und die Gerschäftserwartungen für die kommenden drei Monate werden von 10 Prozent positiv, von 37 Prozent aber negativ gesehen. Hieraus resultiert ein aktueller AGI von -8. Zum Vergleich: Im April 2022 lag er noch
bei +9, im April 2021 bei +15 und im Herbst 2021 sogar bei +34.

„Die Dauerbelastung in den Apotheken ist untragbar; das wird nicht spurlos an unserem Gesundheitssystem vorbeigehen. Handfeste Missstände, wie die seit Jahren überfällige Honoraranpassung, der Personalmangel oder die fehlende Honorierung für den Umgang mit Lieferengpässen sorgen für massiven Verdruss in den Berufsgruppen und werfen außerdem die Frage auf, wie lange Apothekensystem und Arzneimittelversorgung diese politischen Fehlentscheidungen noch tragen können“, sagt Thomas Bellartz, Geschäftsführer der EL PATO Medien GmbH und Herausgeber von aposcope.

Als größte Hemmnisse werden Lieferengpässe (87 Prozent), die Erhöhung des Kassenabschlags (81 Prozent) und Bürokratie (76 Prozent) gesehen. Auch steigende Energiepreise (54 Prozent), Abwanderung von Kundschaft in den Versandhandel (49 Prozent), Inflation (48 Prozent) und Mangel an pharmazeutischen Arbeitskräften (45 Prozent) werden genannt – 70 Prozent fühlen sich vom
Fachkräftemangel betroffen. Eine schwache Nachfrage beklagen 27 Prozent.

Eine leichte Entspannung der Lage lässt sich lediglich in einzelnen Faktoren verzeichnen, die bislang stärkere wirtschaftliche Hemmnisse darstellten, wie coronabedingte Personalausfälle oder Sicherheitsmaßnahmen.

Monatlich werden rund 100 Apothekeninhaber:innen zur aktuellen konjunkturellen Lage ihrer Apotheke(n) sowie zu ihren Geschäftserwartungen für die nächsten drei Monate befragt. Aus den Antworten bildet sich der AGI. Für April wurden vom 11. bis 21. Mai insgesamt 108 verifizierte Apothekeninhaber:innen online befragt.

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