Tarifverhandlungen

TGL schreibt an Rösler

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Berlin -

Bevor die Apothekenleiter aus Nordrhein ihren Mitarbeitern die Löhne erhöhen, fordern sie erst einmal selbst mehr Geld. Weil die Gewerkschaft Adexa zu neuen Verhandlungen drängt, hat die Tarifgemeinschaft Nordrhein (TGL) an Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler (FDP) geschrieben: Der Fixzuschlag auf Rx-Arzneimittel müsse angehoben werden, heißt es in dem Schreiben.

 

Die gesetzlich vorgeschriebene Anpassung sei überfällig, schreibt die TGL. Laut Arzneimittelgesetz (AMG) müsse der Festzuschlag auch den „berechtigten Interessen“ der Apotheken Rechnung tragen. „Das ist seit Jahren nicht mehr der Fall“, kritisieren die Apotheker.

Apotheken generierten 80 Prozent der Umsätze mit verschreibungspflichtigen Fertigarzneimitteln, so die TGL weiter. Seit 2004 liege der Festzuschlag bei 8,10 Euro. Allein die Personalkosten seien aber zwischen 2002 und 2011 um beinahe 30 Prozent gestiegen. Die Folge: Apotheker könnten ihren Mitarbeitern in der aktuellen Tarifrunde „nicht einmal mehr den Inflationsausgleich zugestehen“.

Die TGL fordert Rösler dringend zu einer Stellungnahme als Basis für die Verhandlungen auf. Sein Ministerium ist formal für das Apothekenhonorar zuständig. Im Oktober hatte die TGL bereits zusammen mit Adexa an Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) geschrieben.

Die Tarifverhandlungen zwischen TGL und Adexa waren im April 2011 gescheitert. Damals hatten die Apotheker eine Lohnerhöhung von 2 Prozent angeboten, 1,5 Prozent sollten leistungsorientiert ausgezahlt werden. Das hatte die Adexa abgelehnt, Termine für neue Gespräche stehen noch nicht fest.

 

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