Pikrinsäure

Sprengkommando in Apotheken Désirée Kietzmann, 18.08.2008 15:15 Uhr

Berlin -

Die Chemikalie Pikrinsäure (Trinitrophenol) sorgt derzeit in Nordrhein-Westfalens Amtsstuben für Aufregung. In den vergangenen Tagen waren Entschärfer des Landeskriminalamtes (LKA) in rund 60 Fällen im Einsatz: Neben zahlreichen Schulen hatten auch 40 Apotheken gemeldet, kritische Bestände an Pikrinsäure im Labor entdeckt zu haben. Die Substanz ist in trockenem Zustand explosionsgefährlich. Ihre Sprengkraft ist nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) mit der des Trinitrophenols (TNT) vergleichbar. Die Säure darf deshalb nur mit Wasser versetzt gelagert werden, da dann keine Detonationsgefahr besteht.

Jede Apotheke muss laut Apothekenbetriebsordnung Pikrinsäure als Nachweisreagenz vorrätig halten. Genauere Vorschriften zur Lagerung oder zum Umgang mit der Substanz enthält sie nicht. Die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände habe die Apothekerkammern deshalb schon vor einem dreiviertel Jahr mit einem Informationsblatt auf spezielle Sicherheitsmaßnahmen hingewiesen, sagte eine Sprecherin gegenüber APOTHEKE ADHOC. Demnach soll der Apotheker in regelmäßigen Abständen überprüfen, ob die Substanz noch feucht ist. Um Gefahren auszuschließen, sollte der Wassergehalt dauerhaft über 33 Prozent liegen.

Die Apothekerkammer Nordrhein empfiehlt ihren Mitgliedern, bei Bezug des Reagenzes das Datum und die Gesamtmasse des Gefäßes zu dokumentieren. Sechs Monate später solle die Masse überprüft und entwichenes Wasser bei Bedarf ergänzt werden. Die Kammer warnt zudem vor der Aufbewahrung der Substanz in Gefäßen aus Metall oder mit Metallverschluss, da sich darin hochexplosive Metallpikrate bilden könnten. Derartige Gefäße müssten von der zuständigen Überwachungsbehörde fachmännisch abtransportiert und entsorgt werden.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Weiteres
Markt

Exportverbot

Pentobarbital: Anklage gegen MSD-Manager»

Digitalisierung

Ohne Großhändler und Verlage: Froeses Vision vom eRezept»

Chemieunfall

Ammoniak tritt in Medizintechnikfirma aus»
Politik

Koalitionsvertrag

GroKo: Spahn will nicht nachverhandeln»

Arzneimittelausgaben

Rabattverträge bringen Rekordergebnis»

Bewertungsportale

Ärzte müssen keine Fremdwerbung dulden»
Internationales

Lohnhersteller

Rentschler: Pleite in Österreich»

Streit um Apothekerpreise

Ramschpreis für EllaOne: Apotheken unter Beschuss»

Alexa macht jetzt Medikationsmanagement

Amazon kooperiert mit Omnicell und Apothekenkette»
Pharmazie

BfArM gibt Entwarnung

NDMA in Metformin: EU-Arzneimittel nicht betroffen»

Infektionskrankheiten

Erneut Affenpocken-Infektion in England»

Akute myeloische Leukämie

Xospata erhält EU-Zulassung»
Panorama

Spanien

Herzstillstand: Frau nach sechs Stunden wiederbelebt»

Nikolaus-Aktion

400 Stiefel im Abholerregal»

Auszeichnung für Svenja Lücke

Amtlich: Stifts-Apotheke hat die beste PKA»
Apothekenpraxis

Apotheker suchte Investoren

Stille Gesellschafter gefährden Betriebserlaubnis»

Streit mit dem Fiskus

Apotheker muss Steuern für Praxisumbau nachzahlen»

Positionspapier gegen Lieferengpässe

Bestandsabfrage für Apothekenkunden»
PTA Live

Mundhygiene

Fünf Tipps gegen schlechten Atem»

Spendenaktion

Metalheads and Pets: PTA engagiert sich fürs Tierheim»

PTA-Preis

Avie prämiert „die stillen Helden in der Apotheke“»
Erkältungs-Tipps

Halsentzündungen

Seitenstrangangina: Selten aber schmerzhaft»

Erkältungs-Tipps

Anatomische Erkältungsreise – Lunge und Bronchien»

Lästige Begleiterscheinung

Schnarchen durch Erkältung»
Magen-Darm & Co.

Funktionelle Magen-Darm-Beschwerden

Reizmagen: Vielseitiger Symptomkomplex»

Magen-Darm-Beschwerden bei Kindern

Dreimonatskoliken: Schreiattacken mit unklarer Ursache»

Pro-, Prä-und Synbiotika

Nahrung für die Darmflora»
Kinderwunsch & Stillzeit

Tabuthema Pilzinfektionen

Vaginalpilz in der Schwangerschaft»

Wochenbettdepression

Vom Tief nach der Geburt»

Behördengänge

Geburtsurkunde, Krankenkasse & Co. – An alles gedacht?»