Prävention

Mehr Angebote in der Apotheke

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Die deutschen Apotheken wollen in Zukunft eine größere Rolle bei der Prävention spielen. Wie die ABDA in Berlin präsentierte, sollen die Apotheker sich künftig nicht wie bisher auf einzelne Sonderaktionen beschränken, sondern kontinuierliche Programme wie Ernährungsberatungen anbieten und ausbauen. Das Ziel ist ein flächendeckendes Präventionsangebot.

Man erwarte nun eindeutige Signale von den Krankenkassen, sagte deren ABDA-Vizepräsident Friedemann Schmidt. „Die Apotheke braucht, wenn sie in der Prävention aktiv sein soll, die nötigen finanziellen Ressourcen.“ Diese seien zum Beispiel nötig, um Mitarbeitern eine entsprechende Fachweiterbildung zu ermöglichen, erklärte ein ABDA-Sprecher auf Nachfrage. Konkrete Vorstellungen für die Finanzierung existierten noch nicht, denkbar sei ein Konzept nach dem Vorbild des Barmer Hausapothekenvertrages. Patienten würden dann Kosten für Präventionsmaßnahmen erstattet bekommen.

Welche Potenziale die Prävention für die Apotheken bietet, zeigt eine von der ABDA in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage des infas Instituts für angewandte Sozialwissenschaft unter mehr als 3.000 Personen: 70 Prozent der Befragten würden eine Gesundheitsvorsorge nutzen, die außerhalb der Ärzteschaft angeboten wird, und 21 Prozent wären sogar bereit, für diese Angebote zu zahlen. Allerdings wird die Apotheke als Anlaufstelle offenbar noch allzu oft unterschätzt: Nur 10 Prozent haben beispielsweise bislang mit einem Apotheker über ihre Ernährung gesprochen.

Laut Studie liegt die Prävention in Deutschland nach wie vor brach: Nur fünf Prozent der Befragten gaben an, sowohl aktiv vorzusorgen, sich bewusst zu ernähren als auch sportlich zu betätigen. Fast ein Drittel der Befragten hingegen beachtete keinen einzigen der empfohlenen Bereiche. Als Grund für die schlechte Gesundheitsvorsorge gab über die Hälfte der Befragten Zeitmangel an. Jeder Dritte erklärte, nicht zu wissen, was er tun könne, um Krankheiten zu vermeiden.

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