Adexa-Umfrage

Kind, werd' bloß kein Apotheker

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Zwei Drittel der Apothekenmitarbeiter würden ihren Kindern von einer pharmazeutischen Ausbildung abraten und auch selbst den jetzigen Beruf nicht mehr ergreifen. Dies ergab eine Umfrage der Gewerkschaft Adexa unter pharmazeutischem Personal aus Apotheken.

Nur 11 Prozent derjenigen, die mit ihrem Beruf unzufrieden sind, würden wieder eine pharmazeutische Ausbildung wählen, dann aber eher in der Industrie, der Verwaltung oder einer Krankenhausapotheke arbeiten. Die Mehrheit von 89 Prozent würde sich von vornherein für ein anderes Studium beziehungsweise eine andere Ausbildung entscheiden. Hoch im Kurs steht dabei mit 22 Prozent ein Medizinstudium.

Damit das besser wird, müsste sich der Verdienst ändern, sagen 53 Prozent der Teilnehmer. Auch die Aufstiegschancen sind 37 Prozent der Befragten zufolge schlecht. Andere Branchen mit vergleichbarer Ausbildung und ähnlicher Verantwortung zahlten weitaus mehr, betont auch Adexa. Zudem seien die Entwicklungsmöglichkeiten besser. Fast 40 Prozent der Befragten nannten weitere Gründe dafür, nicht mehr in der Apotheke arbeiten zu wollen: Dazu gehörten der steigende Verwaltungsaufwand, schlechte Arbeitszeiten mit Überstunden und Notdienst sowie der schlechte Kündigungsschutz.

Befragt wurden insgesamt 277 Personen, darunter 191 angestellte oder selbständige Apotheker, 68 Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) und Pharmazieingenieure sowie 13 Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (PKA).

Schon jetzt gebe es zu wenig PTA und PKA, erklärt die Adexa-Vorsitzende Barbara Neusetzer. Auch bei den Pharmaziestudenten sehe es nicht rosig aus. Wenn in den nächsten Jahren etliche Apotheker das Rentenalter erreichen, sei fraglich, ob alle Stellen besetzt werden könnten, so Neusetzer. Politik und Arbeitgeber sollten dafür sorgen, dass die Arbeitsbedingungen attraktiver werden und die Bürokratie auf ein erträgliches Maß schrumpft.

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