Inhalationsarzneimittel

Beratung verbessert Anwendung

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Eine gezielte Beratung in der Apotheke kann die Anwendung von inhalativen Arzneimitteln zur Therapie von Asthma bronchiale oder der chronisch obstruktiven Atemwegserkrankung (COPD) verbessern. Bereits eine einmalige Schulung konnte in der Studie zur Verbesserung der Inhalationstechnik von Menschen mit Asthma und COPD in Apotheken (VITA) der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände den Anteil der Patienten, die bei der Anwendung Fehler gemacht hatten, um 65 Prozent reduzieren.

Fast 80 Prozent der insgesamt 757 Patienten, die an der Untersuchung teilgenommen hatten, haben ihr Arzneimittel beim ersten Termin in der Apotheke nicht richtig angewendet. Durchschnittlich haben die Patienten vor, während oder nach der Inhalation 2,5 Fehler gemacht: Drei Viertel der Patienten neigten den Kopf bei der Anwendung nicht nach hinten, 36 Prozent hielten den Atem nach der Inhalation nicht an und 34 Prozent säuberten das Mundstück nach der Benutzung nicht. Weitere häufig aufgetretene Fehler waren, dass die Patienten nach der Anwendung zu rasch ausatmeten und nicht die Lippenbremse anwendeten, fast ein Drittel schüttelte das Spray vor dem Gebrauch nicht und 27 Prozent spülten den Mund nach der Applikation von Kortikoiden nicht oder aßen etwas. Vier Wochen nach der Erläuterung der richtigen Inhalationstechnik des jeweiligen Systems machten nur noch 28 Prozent der Patienten Fehler bei der Arneimittelanwendung.

"Wer Asthmasprays nicht richtig anwendet, schöpft das volle Potenzial des Arzneimittels nicht aus", erläuterte Magdalene Linz, Präsidentin der Bundesapothekerkammer, bei der Vorstellung der Studienergebnisse. So waren Patienten, die an der Schulung teilgenommen hatten, dankbar, dass die Lebensqualität nach der Beratung „so viel besser war“, berichtete Linz aus Erfahrungen in ihrer eigenen Apotheke. Doch auch der Krankheitsverlauf sowie das Auftreten vermeidbarer Nebenwirkungen wie der oralen Candidose könne wesentlich beeinflusst werden, wenn man die Arzneimittel richtig anwendet, betonte die Kammerpräsidentin.

„Apotheker müssen die Geräte exakt beherrschen, um Patienten die richtige Anwendung zu erklären“, betonte Linz. Dafür gebe es nicht nur regelmäßige Fortbildungsangebote. Auch Standardarbeitsanweisungen (SOP) und Manuale zur pharmazeutischen Betreuung böten dem Apotheker Orientierungshilfen bei der pharmazeutischen Betreuung. Dr. Martin Schulz, Leiter des Zentrums für Arzneimittelinformation und Pharmazeutische Praxis (ZAPP), sagte, dass jedes System neu geschult werden müsse. Etwa 20 verschiedene Inhalationssysteme sind hierzulande auf dem Markt. Dabei seien Dosieraerosole die problematischste Arzneiform, denn die Koordination von „Abdrücken und Einatmen“ sei nicht für alle Patienten leicht, so Schulz.

In Deutschland leiden fast zehn Millionen Menschen an den beiden Atemwegserkrankungen. Rund fünf Prozent der Erwachsenen sind an Asthma bronchiale erkrankt. COPD, das vor allem durch regelmäßigen Zigarettenkonsum begünstigt wird, betrifft etwa 15 Prozent der über 40-jährigen.

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