Konditionenverhandlungen

Asys warnt vor Großhandels-Abzocke

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Viele Apotheken verhandeln dieser Tage mit ihrem Großhändler neue Konditionen. Nach ersten Erfahrungen zeichnet sich ab, was die Lieferanten angekündigt hatten - sie reichen ihre Belastung aus dem Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) komplett an die Apotheken weiter. Doch damit nicht genug: Der Softwarehersteller Asys warnt die eigenen Kunden vor einem Trick der Großhändler, mit dem diese aus den Kürzungen sogar einen Gewinn schlagen können.

Laut AMNOG müssen Phoenix, Gehe, Anzag & Co. in diesem Jahr einen Abschlag von 0,85 Prozent auf den Apothekenabgabepreis zahlen. Diese Preise wurden in der Software entsprechend angepasst. Doch nach einer internen Prüfung warnt Asys in einem Schreiben an Apotheken: „Entgegen der landläufigen Meinung wurde der Einkaufspreis nicht einheitlich gesenkt!“

So seien etwa Kontrazeptiva, Impfstoffe, viele Lifestyle-Produkte sowie Tierarzneimittel von der Preissenkung ausgenommen. „Einige Großhändler vergessen leider, Sie bei den Verhandlungen auf diese Artikel hinzuweisen“, so Asys. Apotheken sollten Kürzungen bei den Konditionen - wenn überhaupt - nur bei solchen Medikamenten hinnehmen, bei denen die Preise tatsächlich gesenkt wurden, rät das Softwarehaus. Insgesamt sollen mehr als 1000 Artikel betroffen sein.

Asys-Geschäftsführer Sven Bertram hat kein Verständnis für das Vorgehen der Großhändler: „Ich empfinde das als extrem unfair unter Geschäftspartnern“, sagte Bertram gegenüber APOTHEKE AHDOC. Deshalb biete sein Unternehmen den eigenen Kunden eine Auswertungsliste für das Warenlager: Damit können die Apotheken genau sehen, wie stark sie betroffen sind“, so Bertram. Diese Liste könnten die Apotheken dann mit in die Verhandlungen mit ihrem Großhandelsvertreter nehmen.

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