Bereitschaftszeiten

Apotheker dürfen Spätdienst nicht streichen

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Die Berliner Apotheker dürfen den Spätdienst nicht einfach abschaffen. Die Senatsverwaltung hat den Beschluss der Delegiertenversammlung der Apothekerkammer abgelehnt. Gleichzeitig deutete die Verwaltung aber an, dass Alternativen zum Spätdienst möglich seien. Die Kammer plant nun neue Vorschläge, Änderungen soll es aber nicht - wie ursprünglich angekündigt - ab 2012 geben.

Mitte Februar hatte die Delegiertenversammlung beschlossen, den Spätdienst zum Jahresende einzustellen. In den vergangenen Jahren hätten viele Apotheken ihre Öffnungszeiten verlängert, einige öffneten ihre Türen sogar rund um die Uhr. Die Bedeutung des Spätdienstes, der ursprünglich als Verstärkung in den Abendstunden gedacht war, sei damit zurückgegangen, begründete die Kammer ihr Anliegen.

Die Senatsverwaltung wies den Beschluss zurück. Offenbar hat die Behörde Zweifel, dass die rund 25 Notdienst-Apotheken auch ohne Unterstützung durch den Spätdienst die Arzneimittelversorgung gewährleisten könnten - vor allem an Wochenenden und Feiertagen. Eine Ausweitung der 24-Stunden-Bereitschaft will man aber bei der Kammer offenbar vermeiden: Eine neue Notdienstsystematik dürfe nicht zu einer Mehrbelastung der Apotheken führen, sagte Kammerpräsident Dr. Christian Belgardt.

Die Delegiertenversammlung will neue Alternativen vorschlagen. „Wir werden konstruktiv mit der Senatsverwaltung an einer Lösung arbeiten“, so Belgardt.

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