BG-Rezept: Sonderregelungen beachten

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Auch im Detail ergeben sich einige Sonderregelungen. So wurde der Arzneiversorgungsvertrag (AVV) zwischen dem Spitzenverband der Unfallversicherungsträger (DGUV) und dem Deutschem Apothekerverband (DAV) zum 1. März 2020 angepasst. Neu geregelt wurde beispielsweise die Abgabe von Packungen bei fehlender Angabe der Packungsgröße. Im Allgemeinen gelten bei der Abgabe von Arzneimitteln zulasten der BG die gleichen Vorgaben wie bei der Belieferung zulasten der GKV. Somit muss bei unklarer Verordnung stets die kleinste verfügbare Packungsgröße abgegeben werden. In einigen Fällen muss die Apotheke deshalb keine Rücksprache mit dem Arzt halten. Ist die verordnete Packungsgröße nicht verfügbar oder das Arzneimittel außer Vertrieb, so kann ohne Rücksprache die kleinste vorrätige Packung abgegeben werden. Gleiches gilt, wenn das verordnete Präparat nach Stückzahl oder N-Bezeichnung keiner Packung der Lauer-Taxe entspricht.

Beim Verordnungsspielraum haben die Ärzte quasi freie Hand. Da die GUV nicht zur GKV gehört, gelten nicht die gängigen Verordnungseinschränkungen und -ausschlüsse. Auch OTC-Produkte können auf dem rosa Rezept verordnet werden, gleiches gilt für Medizinprodukte. Die Wirtschaftlichkeit darf jedoch nicht ganz außer Acht gelassen werden, hierzu sind Vorgaben festgeschrieben. So muss auch bei BG-Rezepten eines der vier preisgünstigsten Arzneimittel abgegeben werden. Ist dies nicht möglich, so kann die Apotheke das nächstgünstigere Arzneimittel ohne ärztliche Rücksprache abgeben. Dies ist auf der Verordnung zu vermerken.

Und wenn es einen mal selber trifft?

Auch im Apothekenalltag kann es zu Unfällen kommen. Sei es beim Sturz von der Leiter, beim Verräumen von Ware oder während der Arbeit im Labor. Unabhängig davon, bei welcher Tätigkeit der Unfall passiert ist, sollte schnellstmöglich ein Mediziner aufgesucht werden. Sogenannte Durchgangsärzte haben eine Zulassung der gesetzlichen Unfallversicherung. Da es sich bei den D-Ärzten häufig um Orthopäden handelt, kann es sinnvoll sein, bei einigen Unfällen von dieser Empfehlung abzuweichen. Gerade im Labor kann es zu Augen- oder Atemwegsschädigungen kommen – dann sollte ein Facharzt oder direkt ein Krankenhaus aufgesucht werden. Der Eintrag in das Unfallbuch sollte auf jeden Fall erfolgen, auch wenn es sich zunächst um eine Lappalie handelt. Wer länger als drei Tage aufgrund des Arbeitsunfalls ausfällt, der muss den Vorfall bei der BG melden. Kommt es zu einer längerfristigen Krankschreibung, übernimmt die BG nach sechs Wochen die Lohnfortzahlung.

 

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