Schwangerschaftveränderung

Wenn nicht nur der Bauch wächst APOTHEKE ADHOC, 16.10.2019 15:13 Uhr

  • Das regelmäßige Massieren und Eincremen kann die Bildung von Dehnungsstreifen vermindern. Foto: Science Photo Library

Berlin - Im Verlauf einer Schwangerschaft wird nicht nur der Bauch immer größer: Auch andere Dinge im und am Körper der werdenden Mutter verändern sich. Was das ist und warum sich so viel mit dem Baby im Bauch verändert im Überblick.

Eine Schwangerschaft geht mit einer Vielzahl von Veränderungen im Hormonhaushalt einher­ – die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gibt regelrecht Vollgas. Die Ausschüttung von Stimulationshormonen, welche für die Nebenniere bestimmt sind, sowie die Bildung von Wachstumshormonen, wird erhöht. Die Schilddrüse vergrößert sich im Laufe einer Schwangerschaft, um mehr Jod speichern zu können. Dennoch kommt es nur gelegentlich zu einer Änderung der Funktionalität. Auch die Nebenniere wird größer und schwerer, damit mehr Kortison gebildet werden kann.

Das Blutvolumen steigt etwas bis zur 36. Schwangerschaftswoche (SSW). Trotz mehr Blut im Körper ist der Anteil an roten Blutkörperchen in der Regel eher vermindert. Häufig haben Frauen daher einen niedrigeren Hämoglobin- und Hämatokritwert, auch als natürliche Schwangerschaftsanämie bekannt. Ein sehr entscheidender Grund für regelmäßige Blutkontrollen: Liegt der Hämoglobinwert unter zwölf Gramm pro Deziliter (g/dl), sollte Eisen substituiert werden.

Durch das erhöhte Blutvolumen wird der Herzschlag schneller und es kommt zur Erhöhung des Herzminutenvolumens und auch die Nieren werden stärker durchblutet wodurch sich die Urinmenge erhöht – was zum einen auch die häufiger werdenden Toilettengänge erklärt. Dazu kommt aber auch der Druck, welchen Gebärmutter und Kind im Laufe der Schwangerschaft auf die Blase ausüben.

Die Atmung verändert sich ebenfalls: Mit dem heranwachsenden Leben im Bauch, steigt der Verbrauch und somit der Bedarf an Sauerstoff. Oftmals kann es im späteren Verlauf einer Schwangerschaft durch eine leichte Stauchung der Lunge zu leichter Atemnot kommen. Auch auf die Zähne sollten Schwangere achtgeben, da diese oftmals anfälliger für Karies und Gingivitis werden. Das liegt an der veränderten Durchblutung der Mundschleimhaut sowie an der veränderten Zusammensetzung des Speichels.

Viele Schwangere plagt ein übles Brennen in der Magengegend – Sodbrennen. Wenn der Druck im Bauch zunimmt, hat der Mageninhalt immer weniger Platz und steigt die Speiseröhre hinauf. Der Darm entspannt sich infolge der hormonellen Umstellung, was Auswirkungen auf den Transport des Inhaltes haben kann: Nicht selten sind Schwangere von Obstipation geplagt. Deshalb sind hier vorbeugende Maßnahmen stets empfohlen. In vielen Fällen genügt es schon, auf die ausreichende Trinkmenge zu achten. In ausgeprägten Fällen kann auch auf Quellstoffe zurückgegriffen werden. Natürlich gilt hier, wie bei allen anderen Beschwerdebildern, den behandelnden Arzt zu Rate ziehen.

Hautsache: Vor allem im letzten Trimester einer Schwangerschaft kann sich eine verstärkte Pigmentierung der Haut zeigen. Vor allem in Bereichen der Vulva, des Afters, dem Bauchnabel und den Brustwarzen verfärbt sich die Haut dunkler. Auch die sogenannten Schwangerschaftsstreifen treten vor allem an der Brust, dem Gesäß und natürlich dem Bauch im Laufe einer Schwangerschaft auf. Die Ursache dafür ist die Veränderung der elastischen Fasern, welche auf der vermehrten Ausschüttung von Kortison basiert. Die daraus resultierende Bindegewebsschwäche gepaart mit der vermehrten Dehnung der Haut hinterlässt die „Striae“. Um diese etwas vorzubeugen ist es ratsam, die „gefährdeten“ Stellen regelmäßig einzucremen und zu massieren. Viele Schwangere klagen im Laufe der Schwangerschaft auch über Haarausfall. Auch das ist ein Anzeichen des veränderten Hormonhaushaltes. Dieser normalisiert sich aber in der Regel einige Zeit nach der Entbindung.