Psychogene Erkrankungen

Wenn die Psyche Husten hat Eva Bahn, 14.08.2019 15:00 Uhr

Berlin - Wenn ein Kunde in die Apotheke kommt und den Wunsch nach einem Medikament gegen Husten äußert, dann ist eine der ersten Fragen immer: „Ist er verschleimt oder trocken?“ Das ist auch richtig so, denn erst dann kann optimal beraten werden. Doch was ist, wenn es weder das eine noch das andere ist? Ein psychogener Husten, bei Kindern auch Hustentick und bei Erwachsenen Stress- oder Managerhusten genannt, fällt beratungsmäßig aus dem Rahmen, denn er muss ganz anders angegangen werden.

Psychogene Erkrankungen sind Krankheitsbilder und Symptome, die nicht auf körperliche, sondern auf seelische Einflüsse zurückzuführen sind. Anders als bei einer organischen Erkrankung lassen sich körperliche Ursachen bei psychogenen Erkrankungen also nicht finden. Emotionale und mentale Belastungen können Symptome hervorrufen, die bei der ersten Betrachtung wie die einer körperlichen Beeinträchtigung wirken. Die Abgrenzung ist oft eine Herausforderung, die Patienten sind oft lange Zeit im Ungewissen, woher ihre Probleme eigentlich stammen. Das kann den Leidensdruck vergrößern und die Symptome sogar noch verschlimmern.

Der psychogene Husten zeigt bei genauer Betrachtung andere Begleitumstände als der akute oder chronische Husten und ist in manchen Fällen schon durch seine Ausprägung von ihm abgrenzbar. Anders als bei einer funktionellen Störung husten Betroffene aus dem Hals. Auch gibt es keine anfallsartigen Hustenattacken; es wird nur einmal pro Atemzug kurz und heftig gehustet und der Patient kann direkt danach weitersprechen. Verwandt mit dem psychogenen Husten sind das Gefühl, beim Einatmen nicht genügend Luft zu bekommen, und ein Fremdkörpergefühl im Hals. Die Symptome der Betroffenen sprechen auf medikamentöse Behandlung nicht an.

Häufig führt erst eine funktionellen Grunderkrankung zur späteren Ausprägung des psychogenen Hustens. Erkältungen oder eine Bronchitis stehen dann am Beginn einer sogenannten habituellen Störung – es kommt nach der Genesung zum so genannten Erinnerungshusten ohne organische Ursache. In die Irre führen in dieser Situation häufig gerötete und gereizte Schleimhäute in Hals und Rachen, welche als Entzündung durch eine Erkältung missinterpretiert werden können. Treten diese beim psychogenen Husten auf, so sind es meist die Folgen des angestrengten lauten und harten Hustens.

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