Achtung Wechselwirkung

Atemwegsinfekte: Phytotherapie statt Antibiotika

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Berlin -

Atemwegsinfektionen sind in den kalten Monaten weit verbreitet und überwiegend viral bedingt. Da eine kausale Therapie in der Regel nicht erforderlich ist, steht die symptomatische Behandlung im Mittelpunkt. Ätherische Salben gehören dabei zu den häufig eingesetzten Optionen – sind aber mit Vorsicht in der Beratung zu empfehlen.

Atemwegsinfektionen der oberen Atemwege treten vor allem in den Herbst- und Wintermonaten auf. Der überwiegende Teil dieser Erkrankungen ist viral bedingt. Bei unkomplizierten Verlaufen steht demnach eine symptomatische Behandlung im Vordergrund.

Rund 90 Prozent der akuten Atemwegsinfektionen werden durch Viren verursacht; Schlafmangel, psychischer Stress, Kälteeinwirkung sowie eingeschränkte Fitness können die Infektanfälligkeit weiter erhöhen.

„Watchfull Waiting“ in der Antibiotikumtherapie

Antibiotika sind aus diesem Grund in der Therapie nicht angezeigt. Gemäß den aktuellen S3-Leitlinien der DEGAM (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin) sowie den fächerübergreifenden Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) zu Husten, Halsschmerzen und Rhinosinusitis ist die routinemäßige Verordnung von Antibiotika bei unkomplizierten Infekten aus den Behandlungsempfehlungen verschwunden.

Diese Leitlinien betonen eine zurückhaltende Verordnungsstrategie („Watchful Waiting“), da ein Fehlgebrauch mit Nebenwirkungen und der Förderung bakterieller Resistenzbildungen verbunden ist.

Was Apothekenteam empfehlen können

Da keine kausale Therapie erforderlich ist, zielt die Behandlung auf die Linderung erkältungstypischer Symptome ab. Dazu zählt auch ein beeinträchtigtes Atemgefühl, insbesondere in Ruhe und während der Nacht. Hier können ätherische Salben mit Wirkstoffen wie Menthol, Kampfer und/oder Eukalyptusöl lindern. Die Substanzen wirken überwiegend über sensorische Reize an den Atemwegen und reflektorische Mechanismen.

Während Menthol primär die Kälterezeptoren in der Nasenschleimhaut stimuliert und dadurch das subjektive Gefühl einer freien Nasenatmung sowie eine angenehme Kühlung vermittelt, ergänzen Kampfer und Eukalyptusöl dieses Wirkspektrum auf synergistische Weise.

Kampfer fördert die lokale Durchblutung und wirkt leicht schmerzlindernd, während Eukalyptusöl – insbesondere sein Hauptbestandteil Cineol – sekretolytische Eigenschaften besitzt. Es hilft dabei, festsitzenden Schleim zu lösen und den Abtransport aus den Atemwegen zu erleichtern, was den nächtlichen Hustenreiz mildern kann.

In der Kombination fördern diese Wirkstoffe nicht nur die Entspannung der Atemmuskulatur, sondern verbessern durch die erleichterte Atmung signifikant die Schlafqualität, was für den Genesungsprozess essenziell ist.

Achtung Wechselwirkungen und Kontraindikationen

Achtung bei der Anwendung bei Säuglingen und Kleinkindern: Ätherische Öle wie Menthol und Kampfer dürfen bei Kindern unter zwei Jahren sowie je nach Konzentration auch bei älteren Kindern nicht im Bereich des Gesichts, insbesondere der Nase, aufgetragen werden.

Es besteht die Gefahr eines Laryngospasmus oder Stimmritzenkrampfs, der zu Atemnot führen kann. Zudem sollte bei Patientinnen und Patienten mit Asthma bronchiale oder Keuchhusten Vorsicht geboten sein, da die Inhalation eine Überempfindlichkeitsreaktion der Bronchien auslösen könnte.

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