Narkose, Röntgen & Co.

Operationen in der Schwangerschaft – was geht, was geht nicht? Alexandra Negt, 19.02.2020 14:27 Uhr

Berlin - Kommt es in der Schwangerschaft zu Knochenbrüchen oder anderen Erkrankungen, die eine zeitnahe Operation erfordern, sind viele Frauen besorgt. Kann eine Narkose während der Schwangerschaft problemlos durchgeführt werden? Gibt es andere Untersuchungen, die besser erst nach der Schwangerschaft gemacht werden sollten? Der Arzt sollte gemeinsam mit der Patientin den Nutzen gegen die Risiken abwägen.

Während der Schwangerschaft verändert sich der Körper. Beispielsweise steigt der Sauerstoffverbrauch um 20 bis 30 Prozent, auch das Blutvolumen erhöht sich und die mukosale Durchblutung (Durchblutung des Magen-Darm-Traktes) steigt. Daraus ergeben sich unter anderem folgende anästhesiologische Konsequenzen: Die Einleitung von Inhalationsnarkotika erfolgt schneller, die Ausleitung der Narkose erfolgt ebenfalls schneller und Schwangere sind anfälliger für Hypoxie und respiratorische Azidose (durch Atmung verursachte Übersäuerung des Blutes).

Welche Narkosen sind in der Schwangerschaft möglich?

Für Schwangere sind alle Methoden aufgrund der körperlichen Veränderungen mit speziellen Risiken verbunden. Die passende Narkosemethode hängt unter anderem von der Schwangerschaftswoche ab. Vor der 16. Woche sollte man auf eine Vollnarkose verzichten.

Bei chirurgischen Eingriffen am Unterbauch oder gynäkologischen und urologischen Operationen im Beckenbereich kann die Spinalanästhesie eingesetzt werden. Sie gilt als Standardverfahren mit einem schnellen Wirkeintritt und kompletter Schmerzausschaltung. Ferner können orthopädische oder unfallchirurgische Eingriffe an den Beinen unter einer Spinalanästhesie behandelt werden.

Eine weitere Form der partiellen Nervausschaltung ist die Periduralanästhesie (PDA). Die rückenmarksnahe Regionalanästhesie führt zur Schmerzfreiheit und Hemmung der aktiven Beweglichkeit im zugehörigen Körperabschnitt und ermöglicht die Durchführung von Operationen im Bauchraum und an den unteren Extremitäten. Eine PDA wird häufig im Rahmen der Entbindung verabreicht. Die beiden Verfahren PDA und Spinalanästhesie ähneln sich.

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