Krankenkassen

KKH schließt Reimport-Rabattverträge

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Berlin -

Die KKH-Allianz hat Rabattverträge über neun Originalarzneimittel geschlossen. Gewinner sind ausschließlich Reimporteure – die anfangs noch als reines Druckmittel für die Originatoren galten. Die Firma CC Pharma konnte sich acht Wirkstoffe sichern, ein weiterer ging an Emra-Med. Die Verträge starten im Juli und haben eine Laufzeit von zwei Jahren.

 

CC Pharma hat die Wirkstoffe Fosamprenavir, Abacavir, Atazanavir, Glatiramer, Risperidon sowie die Kombinationen Lamivudin/Zidovudin, Abacavir/Lamivudin und Abacavir/Lamivudin/Zidovudin gewonnen, Pegfilgrastim ging an Emra-Med. Für Maraviroc wurden keine Angebote abgegeben. Ein Reimport des Originalpräparats von Pfizer lohnt sich nach Angaben der Firmen aufgrund des Preisgefüges schon heute kaum noch.

CC Pharma freut sich über den Erfolg bei der Ausschreibung. In Sachen Lieferfähigkeit macht sich Geschäftsführer Norbert Klein keine Sorgen: „Wir gehen fest davon aus, dass wir die benötigten Präparate flächendeckend und lückenlos liefern können.“

Vertragsstrafen sind nach Informationen von APOTHEKE ADHOC bei den Rabattverträgen ohnehin nicht vorgesehen. Anderenfalls hätten sich die Reimporteure vermutlich nicht an der Ausschreibung beteiligt. Das hat man offenbar auch bei der KKH Allianz berücksichtigt.

Weil die Verträge zum Teil über den Patentablauf der Wirkstoffe hinaus gültig sind, hatte das Bundesversicherungsamt (BVA) vorab eine Stellungnahme von der KKH gefordert. Die Kasse hatte gegenüber der Aufsicht daraufhin mitgeteilt, dass sie einen entsprechenden Vertragspassus aufgenommen habe, der eine Beendigung des Vertrags vorsieht, sobald günstigere Generika auf dem Markt verfügbar sind.

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