Adka und AMK warnen

Software-Update: Lücken beim Medikationsplan

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Berlin -

Bei der Verarbeitung von Daten aus dem bundeseinheitlichen Medikationsplan (BMP) kann es zu Problemen kommen. Darauf weisen der Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (Adka) und die Arzneimittelkommission der deutschen Apotheker (AMK) hin.

Mit der seit dem 1. Juli gültigen Version 2.8 des BMP ist erstmals die strukturierte Abbildung wöchentlicher Dosierungsschemata möglich. Doch beim Einlesen eines Barcodes der neuen Version in Software-Systeme, die nur ältere Versionen unterstützen (zum Beispiel Version 2.7), kann es demnach zu fehlerhaften Datenübernahmen kommen: Enthält der BMP ein strukturiertes Wochendosierschema, besteht laut Adka das Risiko, dass die Wochentagsinformation nicht übernommen wird und lediglich das Dosierschema erhalten bleibt. In der Folge könne eine einmal wöchentliche Anwendung fälschlicherweise als tägliche Dosierung dargestellt oder weiterverarbeitet werden.

Besonders kritisch ist dies laut Adka bei Arzneimitteln wie Methotrexat (MTX). Die versehentliche Umwandlung einer wöchentlichen in eine tägliche Dosierung kann zu schwerwiegenden Überdosierungen mit erheblicher Patientengefährdung führen. Dosierungsfehler mit täglicher statt wöchentlicher MTX-Anwendung sind als relevante und potenziell lebensbedrohliche Medikationsfehler bekannt.

Die Adka empfiehlt insbesondere Krankenhausapotheken, die Kompatibilität der eingesetzten klinischen Systeme mit BMP-Version 2.8 zu überprüfen. Entscheidend sei dabei nicht allein die Versionsangabe der Software, sondern die korrekte Verarbeitung und Darstellung strukturierter Wochendosierungen einschließlich der Wochentagsangaben.

Hierzu könne testweise ein BMP mit wöchentlicher Dosierung erstellt, ausgedruckt und erneut eingescannt werden. Ein solcher Test kann laut Adka Hinweise auf mögliche Fehlfunktionen geben, ersetzt jedoch keine Prüfung der Softwarekompatibilität. Werden Fehlfunktionen festgestellt, sollten geeignete Maßnahmen, beispielsweise Software-Updates oder zusätzliche Kontrollmechanismen, mit den jeweiligen Software-Anbietern abgestimmt werden.

Darüber hinaus sollten Mitarbeitende für die korrekte Übernahme und Plausibilitätsprüfung von Dosierungsintervallen sensibilisiert werden.

Die AMK empfiehlt allen Apothekerinnen und Apothekern, insbesondere bei Arzneimitteln mit wöchentlicher Dosierung und bei der Übernahme von Medikationsdaten sorgfältig auf die Plausibilität der Dosierungsintervalle zu achten. Arzneimittelrisiken im Zusammenhang mit der fehlerhaften Übernahme oder Darstellung von Dosierungsintervallen sollen gemeldet werden.

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