Zytostatika

Partikel in Carboplatin-Lösungen

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Bereits im April hatte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vor Kristallbildung in bestimmten Infusionslösungen mit dem Wirkstoff Carboplatin gewarnt. Die Pharmaunternehmen Medac und Onkovis hatten die betroffenen Chargen zurückgerufen. Jetzt wird die Warnung auf fast alle Hersteller ausgedehnt. Denn innerhalb der Laufzeit können sich Kristalle des Wirkstoffs bilden. Zwar seien noch keine Nebenwirkungen aufgrund der Partikel gemeldet worden. Allerdings kann das BfArM mögliche Risiken nicht ausschließen.

Nach weiteren Untersuchungen wurden auch in den Präparaten der Firmen Actavis, Ebewe/Hexal/Neocorp/Sandoz, Axios, Hikma, Lapharm, Haemato und Mediocopharm unlösliche Partikel gefunden und zurückgerufen. Die Produkte der Firmen Accord und Hospira konnten aufgrund fehlender Unterlagen noch nicht bewertet werden. Die Infusionslösungen der Hersteller Cancernova, Cellpharm, Ratiopharm, Teva und Sun sind bislang frei von sichtbaren Partikeln.

Sollte es Engpässe in der Versorgung geben, sollen laut BfArM alternative Behandlungen erwogen werden. Cisplatin ist demnach eine mögliche Alternative. Außerdem sollen die entsprechenden Leitlinien beachtet werden. Carboplatin ist zur Behandlung von Ovarialkarzinomen, Bronchialkarzinomen, Plattenepithelkarzinomen im Kopf-Hals-Bereich und Zervixkarzinomen indiziert.

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