In Deutschland leiden schätzungsweise bis zu 15,5 Millionen Menschen an Migräne. Rund 17.000 Betroffene sind täglich aufgrund der Symptome arbeitsunfähig. Die Behandlungsmöglichkeiten sind durch neue Wirkstoffklassen und nicht-medikamentöse Ansätze vielfältiger geworden, wie die aktualisierte S1-Leitlinie zur Migränetherapie zeigt.
In der Akuttherapie gelten laut der Leitlinie Triptane weiterhin als Goldstandard. Sumatriptan, Eletriptan und Rizatriptan werden als am besten wirksam hervorgehoben und bleiben Mittel der ersten Wahl.
Der Wirkstoff Rimegepant zählt zu den neuen Wirkstoffklassen in der Migränetherapie und ist somit das erste in Deutschland verfügbare „Gepant“ für die Akuttherapie. Es dient als Reservemittel, wenn Triptane nicht wirken oder nicht vertragen werden.
Lasmiditan soll eine Alternative für Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellen. Für Betroffene gelten Triptane als kontraindiziert. Lasmiditan wird laut der Leitlinie empfohlen, da es die Blutgefäße nicht verengt.
Auch Fixkombinationen aus 85 mg Sumatriptan und 500 mg Naproxen wird aufgrund ihrer besseren Wirksamkeit gegenüber der Monotherapie in der Leitlinie neu empfohlen.
Die Migräne-Prophylaxe wird durch Atogepant erweitert. Dieser Wirkstoff ist nun zur Vorbeugung sowohl der episodischen als auch der chronischen Migräne zugelassen.
Atogepant wird empfohlen, wenn andere Prophylaktika wie Betablocker oder CGRP-Antikörper nicht ausreichend wirken. Zugelassene Wirkstoffe wie Erenumab, Galcanezumab, Fremanezumab als monatliche Spritze oder Eptinezumab als Infusion reduzieren die Migränetage signifikant und gelten als sehr verträglich.
Die aktualisierte Leitlinie zielt darauf ab, schwer betroffene Patient:innen früher mit hochwirksamen Medikamenten zu behandeln, um eine Chronifizierung zu verhindern.
Hinzu kommen nicht-medikamentöse Verfahren und die Möglichkeit der Digitalen Anwendungen (DiGA):
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