Zellforschung

Menschenzellen aus Ferkeln

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US-Forschern ist es gelungen, menschliche T-Lymphozyten in Schweineföten zu züchten, berichtet das britische Magazin „New Scientist“. Das Forscherteam um Dr. Jeffrey Platt von der Universität Michigan hofft, mit dem entwickelten Verfahren eines Tages Menschen mit der Immunschwächekrankheit Aids helfen zu können.

Die US-Forscher hatten menschliche Blut-Stammzellen aus der Nabelschnur und dem Knochenmark von Menschen entnommen und in Schweineföten heranwachsen lassen. Da die Schweineföten noch kein fertig ausgebildetes Immunsystem hatten, riefen die menschlichen Stammzellen keine Abwehrreaktion hervor. Nach der Geburt entnahmen die Forscher den Ferkeln Blut. Ergebnis: Die menschlichen Blut-Stammzellen hatten sich vermehrt, und es waren sogar ausdifferenzierte Abwehrzellen (T-Zellen) entstanden.

Das Team um Platt isolierte die menschlichen Abwehrzellen aus dem Ferkelblut und mixte sie mit normalen Zellen desjenigen Menschen, der die Stammzellen für die Föten gespendet hatte. Die Abwehrzellen zeigten keine Immunreaktion, so dass es nach Ansicht Platts möglich sein sollte, sie wieder in den Menschen zurück zu setzen.

Es gebe allerdings Bedenken, dass mit dieser Technik Schweineviren auf den Menschen übertragen werden könnten, schreibt das Magazin. Zudem könne die menschliche Zelle möglicherweise Proteine aus dem Schwein aufnehmen und dann vom menschlichen Immunsystem angegriffen werden, warnt Dr. Charles Nicolette von dem Biotech-Unternehmen Argos Therapeutics in Durham (US-Staat North Carolina).

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