Kühlschrank oder nicht?

Kinderantibiotika: Nicht alle Säfte kühl lagern

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Berlin -

Kinderantibiotika sind in der Regel als Pulver zur Herstellung einer Suspension erhältlich. Werden die Trockenpulver mit Leitungswasser zum gebrauchsfertigen Saft aufgefüllt, ist die Lagerung entscheidend. Denn nicht alle Suspensionen müssen in den Kühlschrank.

Die Trockenpulver sollen meist nicht über 25 Grad gelagert werden – originalverpackt und vor Feuchtigkeit geschützt. Nach Rekonstitution sind die flüssigen Suspensionen in Abhängigkeit vom Wirkstoff im Kühlschrank aufzubewahren. Kühl lagern entspricht einer Temperaturspanne von zwei bis acht Grad. Die Medikamente sollten jedoch nicht in der Kühlschranktür oder an der Wand aufbewahrt werden. Zum einen unterliegen die Arzneimittel in der Tür durch das Öffnen und Schließen Temperaturschwankungen und zum anderen können sie einfrieren, wenn sie zu nah an der Kühlschrankwand gelagert werden. Am besten legt man die Produkte in das Gemüsefach, hier ist die Temperatur am ehesten stabil.

Clarithromycin nicht kühl lagern

Die richtige Lagerung gewährleistet die Wirksamkeit des Arzneimittels, denn durch Einfrieren oder zu starke Erwärmung kann es zu einem Wirkverlust kommen. Doch der Lagerungshinweis: „Nach dem Herstellen der Lösung im Kühlschrank aufbewahren“, trifft nicht auf alle Säfte zu. Die rekonstituierten Suspensionen mit Amoxicillin, Penicillin, Erythromycin und Cefpodoxim sollen bei zwei bis acht Grad im Kühlschrank gelagert werden und sind dann je nach Wirkstoff nur begrenzt haltbar. Penicillin beispielsweise für zehn Tage und Cefaclor 14 Tage.

Nicht in den Kühlschrank sollten Clarithromycin und Azithromycin. Die zubereitete Zithromax-Suspension ist bei Raumtemperatur fünf Tage haltbar.

Wichtig, vor Gebrauch sind die Suspensionen zu schütteln – unabhängig von der Lagerung.

So wird hergestellt

  • Vor dem Öffnen der Flasche das Pulver leicht aufschütteln.
  • Mit kaltem Leitungswasser bis knapp unter die Markierung auffüllen oder wenn ein Messbecher beiliegt, mit der vorgeschriebenen Menge Leitungswasser auffüllen.
  • Flasche schließen und kräftig schütteln. Es dürfen keine Pulverreste am Flaschenboden oder am Glasrand anheften.
  • Die Flasche stehen lassen, bis sich der Schaum gesetzt hat und keine Blasen mehr vorhanden sind.
  • Wenn nötig, mit Leitungswasser bis zur Markierung auffüllen.
  • Herstellungsdatum auf der Flasche notieren und die Suspension entsprechend der Vorgaben lagern.

Hier lauern die Fehler

Bei der Herstellung lauern verschiedene Fehler. Los geht es mit dem richtigen Wasser. Beispielsweise kann zu warmes Wasser verwendet oder mit zu viel oder zu wenig Flüssigkeit aufgefüllt werden. Weiter geht es mit dem Pulver: Wird das Pulver vor der Zugabe von Wasser nicht aufgelockert oder im Anschluss nicht richtig geschüttelt, können sich Fehler beim Endprodukt ergeben.

Die Sache mit dem Strich: Wird bis zur Markierung mit Leitungswasser aufgefüllt, muss der Blickwinkel stimmen. Es darf nicht von oben oder unten auf die Linie geguckt werden. Korrekt ist die Betrachtung in einem Winkel von 45 Grad. Fehler können auch bei der Dosierung auftreten. Vielen Trockensäften liegt ein Dosierlöffel bei. Allerdings ist das Abmessen der benötigten Menge mithilfe eines Dosierlöffels fehleranfällig und ungenau. Dosierspritzen gewährleisten eine genauere Abmessung und sollten bevorzugt verwendet werden.

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