Körpereigenes Immunsystem im Fokus

Impfung gegen Kokainsucht? Forschung macht Fortschritte

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Wien -

Ein Drogengremium der Vereinten Nationen berichtet von Fortschritten in der Erforschung möglicher Impfstoffe gegen die Abhängigkeit von verschiedenen Substanzen. Obwohl noch keine klinischen Studien abgeschlossen sind, spricht der Internationale Suchtstoffkontrollrat (INCB) in Wien in seinem Jahresbericht von einem „erheblichen Potenzial“ solcher Therapieansätze.

Bislang werden Suchtkranke mit Drogenersatzmedikamenten und psychosozialen Maßnahmen behandelt. Bei der Forschung zu Impfstoffen steht hingegen die Aktivierung des körpereigenen Immunsystems im Fokus.

Tests in den USA

Der INCB, der die Einhaltung von UN-Drogenabkommen und Suchtstoff-Trends überwacht, berichtete etwa von Fortschritten bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen die Abhängigkeit von Opioiden. Eine US-Studie zum starken Opioid-Schmerzmittel Oxycodon habe in Tierversuchen gezeigt, dass sich Antikörper im Blut bildeten. Dadurch werde verhindert, dass Oxycodon ins Hirn gelange, hieß es.

In ersten Tests mit einem Vakzin gegen Kokainsucht in den Vereinigten Staaten sei das Verlangen von Teilnehmenden gegen die Aufputschdroge deutlich zurückgegangen, hieß es weiter. Auch an einer Methamphetamin-Impfung wird gearbeitet.

Außerdem setzt der INCB Hoffnung in die Erforschung halluzinogener Stoffe wie Ketamin oder das in Pilzen vorkommende Psilocybin zur Behandlung von Sucht. Sowohl solche psychedelischen Substanzen als auch Impfstoffe könnten herkömmliche Therapien ergänzen, hieß es von dem Gremium.

Sorge um Kokain und synthetische Drogen in Europa

Der Jahresbericht beleuchtete auch regionale Trends. Der Kokainschmuggel nach West- und Zentraleuropa habe in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen, betonten die UN-Fachleute. Bei synthetischen Drogen breite sich die Herstellung innerhalb Europas aus, hieß es. Der INCB zeigte sich auch besorgt über das wachsende Angebot von synthetischen Opioiden, zu denen etwa die Nitazene gehören. Von dieser Gruppe von Drogen sind demnach baltische Staaten besonders betroffen.

Positive Entwicklungen meldet der INCB aus Nordamerika: In den USA und Kanada sei die Zahl der Überdosis-Fälle zuletzt deutlich zurückgegangen. Aus Sicht des Drogen-Rates ist es jedoch zu früh, um von einem echten Trend zu sprechen. Der Konsum von medizinischen Opioiden als Rauschmittel bleibe ein Gesundheitsproblem in der Region.

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