Temozolomid

Hexal ruft neues Krebsmittel zurück

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Kurz nach der Einführung ruft der Generikahersteller Hexal aktuell alle Chargen des Zytostatikums Temozolomid vorsorglich zurück. Zuvor hatte es nach Angaben von Hexal Meldungen über zerbrochene Kapseln und dadurch freigesetzten Wirkstoff gegeben. Patienten sollen eventuell noch vorhandene Packungen nicht mehr öffnen, sondern sie über die Apotheken zurückgeben.

Zu Einzelheiten des beobachteten Mangels wollte ein Hexal-Sprecher auf Anfrage keine Angaben machen. Ersatzpackungen aus dem eigenen Haus stünden derzeit nicht zur Verfügung. Ärzte müssen deshalb auf andere Anbieter ausweichen.

Der Hersteller Hospira muss sein Präparat aus den gleichen Gründen zurücknehmen. Die Generika zu Temodal von Essex sind erst seit kurzem auf dem Markt. Im März hatten Hexal und Hospira die Zulassung erhalten und in der Folge das Produkt bei den Fachkreisen beworben.

Temozolomid gehört zu den Alkylanzien und wird bei Glioblastom, dem häufigsten Hirntumor eingesetzt. Das Pulver darf nicht mit Haut, Augen oder Nase in Kontakt kommen. Bei Verdacht auf äußere Verunreinigungen sollten die Braunglasflasche nur mit Kunsthandschuhen angefasst werden, teilte Hexal mit.

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