Das Risiko, in Deutschland an FSME zu erkranken, steigt nach Überzeugung von Experten. Im vergangenen Jahr könnten Zecken demnach so viele Hirnhautentzündungen verursacht haben wie noch nie seit Beginn der Meldepflicht. Zudem kommen immer mehr Risikogebiete hinzu. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat mit Stand Januar 2026 bundesweit 185 Stadt- und Landkreise als FSME-Risikogebiete ausgewiesen.
Das Risiko für eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) besteht vor allem im Süden Deutschlands.
Aktuell 185 Kreise als FSME-Risikogebiete ausgewiesen:
Zecken sind ganzjährig aktiv, selbst in kühlen Regionen. Sie verbreiten das FSME-Virus somit in ganz Deutschland. Bislang wurde der höchste Wert mit 704 FSME-Erkrankungen im Jahr 2020 gemessen. Das RKI bestätigt 693 übermittelte Erkrankungen im vergangenen Jahr. Experten vermuten, dass noch Fälle hinzukämen, die derzeit als Verdacht noch geprüft werden müssten.
Die durchschnittliche FSME-Inzidenz steigt ab dem Alter von 40 Jahren deutlich an und ist insgesamt höher bei männlichen als bei weiblichen Personen, berichtet das RKI. Die Mehrzahl der FSME-Erkrankungen finde in den Monaten Mai bis Oktober statt, wobei es im Oktober einen für den Herbst typischen ausgeprägten zweiten Peak gegeben habe.
Die Virus-Erkrankung löst bei etwa einem Drittel der Infizierten grippeartige Symptome mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen aus. Bei fünf bis zehn Prozent aller Infektionen treten nach einem zunächst symptomfreien Verlauf Hirnhaut- und Gehirn-Entzündungen auf. Das Problem: Insbesondere ältere Menschen tragen ein höheres Rsiko für bleibende Schäden. Eine spezielle Behandlungsmöglichkeit der FSME gibt es nicht.
Den zuverlässigsten Schutz bietet die FSME-Impfung. Diese ist von der STIKO empfohlen für Personen, die in FSME-Risikogebieten zeckenexponiert sind. Der Impfschutz erfordert eine Grundimmunisierung mit drei Dosen. Auffrischungen sind nach drei Jahren, danach meist alle drei bis fünf Jahre nötig. Es wird empfohlen, die Impfung bereits im Winter oder Frühjahr zu beginnen, um rechtzeitig geschützt zu sein.
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