Grippeviren

3 Mutationen zur Tamiflu-Resistenz

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Drei verschiedene Mutationen sind neuesten Forschungsergebnissen zufolge die Ursache dafür, dass bestimmte Grippeviren resistent gegenüber dem Neuraminidasehemmer Tamiflu (Oseltamivir) sind. Eine US-Wissenschaftlergruppe um den Nobelpreisträger Professor Dr. David Baltimore fand dies bei ihren Untersuchungen eines mutierten Influenza A-Virus heraus.

Grippeviren gehören zu den wandlungsfähigsten Erregern. Bereits seit 1998 ist bekannt, dass die Mutation H274Y im Gencode des Enzyms Neuraminidase verantwortlich für die Resistenz gegenüber Oseltamivir sein kann. Der Zusammenhang liegt nahe, hemmt der Wirkstoff doch bei nicht mutierten Grippeviren dieses Enzym, das die Viren brauchen, um sich nach der Vermehrung von ihren Wirtszellen zu befreien.

Da in der Grippesaison 2008/2009 Oseltamivir bei besonders vielen Menschen nicht anschlug, forschte das Team um Baltimore nach den Ursachen. Die Wissenschaftler entdeckten zwei weitere Veränderungen in den Oseltamivir-resistenten Viren - ebenfalls im Zusammenhang mit der Neuraminidase.

Die Gruppe, die ihre Ergebnisse im Fachblatt Science veröffentlicht hat, hofft, dass ihre Erkenntnisse dazu beitragen, bei bestimmten Viren die Zeichen einer künftigen Medikamentenresistenz zu entdecken.

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