HIV/AIDS

HIV wütet in Russland

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In Russland haben sich im vergangenen Jahr 62.000 Menschen neu mit HIV infiziert. Dies bedeutet einen Anstieg um 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders unter Männern zwischen 30 und 35 Jahren habe die Zahl der Neuinfektionen epidemische Ausmaße erreicht, sagte Russlands Oberster Amtsarzt Gennadi Onischtschenko der Nachrichtenagentur Interfax.

Der Behördenchef machte vor allem verunreinigte Nadeln, die beim Drogenkonsum verwendet würden, für die Verbreitung der Infektion verantwortlich. Das HI-Virus breitet sich in Russland nach wie vor stark aus. Seit 1987 seien in Russland mehr als 600.000 HIV-Infizierte registriert worden, sagte Onischtschenko.

Experten geben das tatsächliche Ausmaß deutlich höher an. Schätzungen zufolge leben in Russland mehr als eine Million Menschen mit dem Virus. Russland hat etwa 141 Millionen Einwohner. Nach Angaben des Föderalen Anti-Aids-Zentrums in Moskau wird HIV in der russischen Gesellschaft weiter stark tabuisiert. Aktivisten beklagen eine unzureichende Versorgung mit Medikamenten sowie mangelnde Aufklärung.

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