Direktbezug

AstraZeneca fordert Rezepte von Apotheken

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Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca kontrolliert den Vertrieb seines Antiasthmatikums Pulmicort Turbohaler (Budesonid) derzeit mit ungewöhnlichen Mitteln: Apotheken erhalten in jeder Wirkstärke zunächst nur zwei Packungen pro Monat. Zusätzliche Inhalatoren gibt es im Direktbezug nur gegen Vorlage der Rezepte. Auch der Großhandel wird nur begrenzt beliefert.

Der Hersteller will mit dieser Maßnahme nach eigenem Bekunden sicherstellen, dass alle Patienten beliefert werden können. Zuletzt habe man mehr Pulmicort an Großhändler ausgeliefert, als an Patienten in Deutschland abgegeben wurde. Auf keinen Fall würde der Konzern aber Patientendaten sammeln, versicherte eine Mitarbeiterin. Die Apotheken sollten die Rezepte deshalb geschwärzt faxen.

Diese Aufforderung erfolgt allerdings offenbar nicht immer: Ein Apotheker aus Nordrhein-Westfalen empfand es als Zumutung, seinen Bedarf gegenüber der Industrie belegen zu müssen. Bei seiner Bestellung wurde er nach eigenen Angaben erst auf mehrfache Nachfrage darauf hingewiesen, dass er die Patienten- und Krankenkassendaten unkenntlich machen könnte.

Tatsächlich hätten die meisten Apotheken keine Bedenken wegen des Datenschutzes und würden die Rezepte mit allen Informationen schicken, heißt es bei AstraZeneca. Auch dies sei aber unproblematisch, weil die Daten nur zur Abwicklung der Bestellungen verwendet würden.

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