Was bedeutet Risikoschwangerschaft?

Schwangerschaft 35 + APOTHEKE ADHOC, 18.03.2020 15:04 Uhr

Neben der Fruchtwasseruntersuchung gibt es die Chorionzottenbiopsie. Der Begriff bezeichnet eine Punktion des Mutterkuchens. Die Plazenta kann mittels Stift durch die Bauchdecke oder über den Muttermund punktiert werden. Die entnommene Menge ist gering, während der Biopsie werden ungefähr 30 mg Zotten entfernt. Die Ergebnisse einer Direktpräparation liegen schnell vor – bereits nach ein bis zwei Tagen kann eine zuverlässige Diagnose über bestimmte Erbkrankheiten und Chromosomenbesonderheiten gestellt werden. Eine Besonderheit bei der Chorionzottenbiopsie: Durch die Punktion kann mütterliches Gewebe verletzt werden – ein Blutaustausch zwischen Mutter und Kind ist möglich. Bei Rhesusfaktor-Inkompatibilitäten kann es zu Komplikationen kommen.

Eine risikoärmere Untersuchungsmethode für Mutter und Kind sind nicht-invasive Pränatal- Tests (NIPT). Hierfür ist lediglich eine Blutprobe der Mutter nœtig: Das Blut der Schwangeren enthält neben ihren eigenen Erbinformationen auch einen geringen Anteil der kindlichen DNA, welche aus den Zellen der Plazenta stammen. Anhand der DNA-„Spuren“ lassen sich Wahrscheinlichkeiten für beispielsweise Trisomie 21 (Down-Syndrom), Trisomie 18 (Edwards-Syndrom) oder Trisomie 13 (Pätau-Syndrom) erläutern. Einige Tests können zusätzlich Auskunft über Geschlechts-Chromosomen geben, also Wahrscheinlichkeiten für das Klinefelter-, Turner-Syndrom sowie das Triple-X- oder das XYY-Syndrom anzeigen.

Ein sehr hoher Prozentsatz der Schwangerschaften ab 35 verläuft ohne Störungen. Bei auftretenden Komplikationen sind diese nur selten auf das Alter der Mutter zurückzuführen. Entscheidender ist der allgemeine Gesundheitszustand sowie die generelle Lebenslage. Nach Erfahrungsberichten von Hebammen können viele Mittdreißigerinnen in der Regel besser mit einer Schwangerschaft umgehen als manch werdende Mutter in den Zwanzigern. Sie besitzen oftmals eine bessere Resistenz bei Stress oder Schmerzen. Aber auch die finanzielle Lage ist für Frauen ab 30 oftmals gefestigt: sie stehen mit beiden Beinen fest im Berufsleben, sind finanziell eigenständig und können ein Kind ohne größere Einschränkungen ernähren und großziehen. Die Entscheidung, ein Kind zu bekommen, ist bei Frauen ab 35 meist durchdachter.

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