Von Milchbildung bis Abstillen

Milchfluss: Grundlage für die Stillzeit , Uhr

Berlin - Stillen ist die natürlichste Ernährungsform für das Kind. Voraussetzung für eine stressfreie und reibungslose Stillzeit ist jedoch der Milchfluss. Bereits in einem frühen Schwangerschaftsstadium bereitet der Körper die Brüste auf die bevorstehende Zeit vor. Dem Vorgang liegt ein komplexes Zusammenspiel aus Hormonen zugrunde.

Neben morgendlicher Übelkeit und anderen Symptomen der Frühschwangerschaft spielt auch die Veränderung der Brüste eine große Rolle: Es kann zu Spannungsgefühlen kommen, die Brust wird insgesamt empfindlicher. Grund dafür ist ein vermehrtes Wachstum der Brust und der enthaltenen Drüsen. Dieses kommt durch einen Anstieg der Hormone Östrogen, Progesteron, Prolaktin und Insulin zustande.

Der Körper bereitet sich vor

Während der Schwangerschaft wird die Brust auf die bevorstehende Stillzeit bereits maßgeblich vorbereitet: Die Drüsen in der Brust differenzieren sich, die Milchgänge und Milchsäckchen bereiten sich auf die Milchabgabe vor. Mediziner sprechen auch von der „Galaktogenese“. Bereits in der zweiten Schwangerschaftshälfte ist der Körper so weit entwickelt, dass sich erste Milch, die sogenannte „Vormilch“, bildet. Hintergrund ist, dass bereits bei einer Frühgeburt gestillt werden kann.

Am Milchfluss selbst sind ebenfalls verschiedene Hormone beteiligt. Vor allem das Prolaktin steigt massiv an: Es sorgt nicht nur für die Milchproduktion, sondern weckt auch den mütterlichen Beschützerinstinkt. Nach der Geburt flachen Östrogen- und Progesteronspiegel ab, Prolaktin wirkt dadurch noch intensiver. Auch das Hormon Oxytocin wird durch direkten Haut-zu-Haut-Kontakt ausgeschüttet: Es zieht die Milchgänge zusammen und erleichtert somit den Milchfluss. Außerdem gilt es als „Kuschelhormon“ und fördert die Bindung zwischen Mutter und Kind. Nach der Entbindung dauert es etwa zwei bis drei Tage, bis der Körper die Milchbildung etabliert hat. Sie wird vor allem durch den Saugreiz des Kindes und der damit verbundenen Hormonausschüttung nach der Geburt in Gang gesetzt und aufrechterhalten.

Auch das ungeborene Kind wird bereits im Mutterleib auf die Nahrungsaufnahme vorbereitet: In der ersten Schwangerschaftshälfte entwickelt es einen Such- und Saugreflex, sowie die Fähigkeit zu schlucken. Daher beginnt es wenige Stunden nach der Geburt die Brustwarze der Mutter zu suchen. Den Weg findet es von ganz alleine, danach beginnt es selbstständig zu saugen.

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