Schuldenkrise

Pharmafirmen schreiben an Rajoy

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Nach Griechenland lässt auch in Spanien die Zahlungsmoral der öffentlichen Krankenhäuser spürbar nach. Laut einem Bericht der Financial Times Deutschland schulden die Kliniken Pharmaherstellern und Medizintechnikanbietern rund 12 Milliarden Euro.

In einem Beschwerdebrief des spanischen Branchenverbandes Farmaindustria an Spaniens Ministerpräsidenten Mariano Rajoy beklagen die Hersteller Zahlungsverzögerungen von über einem Jahr. Verschiedene europäische Handelskammern, darunter die Deutsche Außenhandelskammer (AHK) in Madrid, hatten den Brief mit unterzeichnet. Die Pharmaindustrie wartet derzeit noch auf 6,4 Milliarden Euro, die Medizintechnikhersteller machen Außenstände in Höhe von 5,3 Milliarden Euro geltend.

Das Problem könnte sich in den kommenden Monaten verschärfen. Die Industrie befürchtet weitere Zahlungsausfälle in Italien und Portugal. In Griechenland, dessen öffentliche Krankenhäuser ebenfalls ihre Außenstände nicht mehr begleichen können, sind einzelne Hersteller wie Merck und Roche mittlerweile dazu übergangen, die säumigen Kliniken nicht mehr zu beliefern. Patienten müssen sich auf eigene Kosten in Apotheken versorgen, doch auch hier gibt es Engpässe.

Eine ähnliche Vorgehensweise muss Spanien aktuell noch nicht befürchten: „Die Industrie geht weiter in Vorleistung, weil sie die Versorgung der Bevölkerung nicht riskieren kann“, sagte ein Sprecher des Verbands forschender Arzneimittelhersteller (VfA). Derzeit versuche der europäische Dachverband EFPIA auf EU-Ebene eine Lösung für das Problem zu finden.

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