Eine Sicherheitslücke bei D-Trust erfordert einen Austausch der eHBA-Chipkarten – auch wenn diese noch Gültigkeit haben. Für betroffene Apotheker:innen bedeutet dies nicht nur einen Mehraufwand, sondern es können auch Kosten von rund 500 Euro anfallen. Denn kostenfrei bleibt die Austauschkarte nur, wenn sich die Antragsdaten nicht geändert haben.
„Aufgrund einer bekanntgewordenen Sicherheitslücke des Infineon-Chips auf Kartenkörpern von Idemia ist der Austausch Ihres Heilberufsausweises (eHBA) schnellstmöglich erforderlich“, teilte D-Trust den leidtragenden Apotheker:innen per Mail mit. Die betroffenen Karten werden bis spätestens 30. Juni sukzessive und unwiderruflich gesperrt. D-Trust werde rechtzeitig informieren. Für die eHBA entfällt der Zugang zur Telematikinfrastruktur (TI) sowie die Nutzung von Anwendungen wie dem E-Rezept oder der qualifizierten elektronischen Signatur.
Die Sicherheitslücke kann für einige Apotheker:innen teuer werden, denn mitunter müssen rund 500 Euro für den neuen eHBA im Rahmen der Austauschaktion gezahlt werden.
Kostenfrei bleibt der eHBA, wenn das Ablaufdatum der „gehackten“ Karte dem der Austauschkarte entspricht und sich keine Daten der betroffenen Apotheker:innen geändert haben – sie beispielsweise nicht umgezogen sind. Ist dies der Fall, muss ein komplett neuer eHBA beantragt werden und es fallen Kosten in Höhe von rund 500 Euro an. Und das, obwohl die alten Karten mitunter noch eine Restlaufzeit von mehreren Jahren haben.
Dazu heißt es von D-Trust: „Es entstehen Ihnen keine Kosten, wenn Ihr eHBA in diesem Zusammenhang ausgetauscht wird und keine Änderungen an den Zertifikatsdaten vorgenommen werden.“ Für eine Ersatzkartenbestellung mit Restlaufzeit der aktuellen Karte sei keine Identifizierung notwendig, für die Bestellung einer neuen Karte über den Button „neuer Antrag“ jedoch schon.
D-Trust hat inzwischen auf Chips des Herstellers Giesecke und Devrient (G&D) umgestellt. Die Kammern raten, schnell zu reagieren. Aufgrund vieler zu tauschender Karten seien längere Bearbeitungszeiten nicht auszuschließen. Laut Angaben der Bundesärztekammer (BÄK) sind insgesamt etwa 80.000 eHBA betroffen.
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