Lebensmittelunverträglichkeiten

Lactoseintoleranz: Ursachen und Tipps Eva Bahn, 01.07.2019 13:53 Uhr

Berlin - Die Diagnose Lactoseintoleranz erhalten die meisten Menschen erst, nachdem sie einige Monate mit Magen-Darm-Problemen hinter sich gebracht haben. Der ersten Erleichterung darüber, ihren körperlichen Schwierigkeiten nun einen Namen geben zu können, folgt häufig die Frage, was denn nun gegessen werden darf und welche Nahrungsmittel Probleme verursachen. Sind alle Milchprodukte verboten? Oft führt ihre Unsicherheit die Patienten in die Apotheke, die hier weiterhelfen kann. 

Das Lactoseintoleranz-Syndrom ist im eigentlichen Sinne keine Erkrankung, sondern eine Unverträglichkeitsreaktion des Körpers gegen Milchzucker. Ihm fehlt das Enzym Lactase, welches in der Lage ist, diesen Zweifachzucker im Dünndarm in Glucose und Galaktose aufzuspalten. Das führt in den meisten Fällen zu Blähungen, kolikartigen schmerzhaften Krämpfen und Durchfällen. Das Unvermögen, Lactose zu verdauen, kann angeboren sein oder im Laufe des Lebens erworben werden. Die Therapie besteht in einer Diät, die auf unvergorene Milchprodukte verzichtet, oder in der Einnahme von auf den Bedarf abgestimmten Lactase-Tabletten, wenn ein Verzicht nicht möglich erscheint.

Doch was sind unvergorene Milchprodukte genau? Bis vor wenigen Jahren hieß es noch, dass Betroffene komplett auf Milch- und Milchprodukte verzichten sollten. Das gilt heutzutage glücklicherweise als überholt: Butter und Sahne mit einem hohen Fettanteil werden im Normalfall in kleinen Mengen durchaus vertragen. Wer hier trotzdem Schwierigkeiten befürchtet, kann Butterreinfett oder Butterschmalz verwenden, die auf 100 g nur 0,1 g Lactose enthalten. Auch auf Käse muss nicht verzichtet werden: Je länger dieser reift, desto mehr Lactose zersetzt sich in diesem Prozess. Viele Hartkäsesorten sind daher auch für Personen mit einer Lactoseintoleranz geeignet. Appenzeller oder Bergkäse sind wie reifer Gouda oder Parmesan gut geeignet. Auch auf Raclette muss nicht verzichtet werden.

Schwieriger ist der Genuss von Joghurt: Hier sollte der Blick auf die zugesetzten Kulturen gerichtet werden, denn manche davon helfen, die Lactose zu verdauen. Sie produzieren nämlich selbst das fehlende Enzym und meist genügen diese Mengen zur problemlosen Verdauung im Dünndarm. Somit gelangt keine Lactose in den Dickdarm und die typischen Beschwerden bleiben aus. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass alle tierischen Milchsorten von Natur aus Lactose enthalten. Wer darauf nicht verzichten möchte, kann auf lactosefreie Produkte zurückgreifen, denen während des Herstellungsprozesses Lactase zugesetzt wurde. Dadurch ist der Milchzucker bereits aufgespalten und verwertbar, die Milch schmeckt etwas süßer.

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