Pressemitteilung

Offener Brief an den Vorstand und Beirat der TGL-Nordrhein

Hamburg -

Dr. Heidrun Hoch, Dr. Claus Breuer, Hans Ulrich Wegmann, Dr. Ait Elker, Wolf Wagner, Angelika Jansen-Kempen, Dr. Ingrid Junior, Dr. Gerd-Peter Wojtovicz, Dr. Susanne Rück, Dr. Wolfgang Boventer



Sehr geehrte Damen und Herren,


seit dem 1. Januar 2011 warten die Apothekenangestellten im Kammerbezirk Nordrhein auf eine Gehaltserhöhung.


Die Inflationsrate lag seit Februar durchgehend deutlich über der 2-Prozent-Marke, im September war sie um 2,6 % und im Oktober um 2,5 % höher als im Vorjahresmonat. Damit leiden die Mitarbeiter in Nordrhein unter einschneidenden Reallohnverlusten! Ihr Verweis auf übertarifliche Gehälter ist weder zielführend noch Aufgabe der Tarifvertragsparteien.


Der Nachwuchs, aber auch erfahrene Mitarbeiter, informieren und orientieren sich heute an Zahlen, die sie online finden. Wenn die tarifliche Vergütung in Westfalen-Lippe oder Hessen höher ist, werden sich mobile, qualifizierte und ehrgeizige Mitarbeiterinnen oder auch die Pharmazeuten im Praktikum (PhiP) gleich in anderen Kammerbezirken bewerben.


Die Vergütung der PhiP ist ein besonders eklatantes Beispiel für die Vernachlässigung entsprechender Tarifgestaltung durch die TGL: Während im Tarifbereich des ADA die Ausbildungsvergütung für PhiP zum 1.1.2011 in den ersten sechs Monaten auf 670,- Euro erhöht wurde und anschließend 880,00 Euro gezahlt werden, sind es in Nordrhein seit 2009 unverändert 603,- bzw. 836,- Euro. Das ist ein Unterschied von minus 11,1 Prozent im ersten Halbjahr des PJ! Soweit zur Nachwuchsförderung und zur Werbung um qualifizierte Kräfte im Bereich der TGL-Nordrhein.


Hat es die TGL-Nordrhein-Spitze darauf angelegt, Personal aus der Region zu vertreiben und den Ruf der Arbeitgeber in Nordrhein zu beschädigen? Ist das im Interesse Ihrer Mitglieder? Wie viele Anfragen von Arbeitgebern haben Sie schon erhalten, die trotz verzweifelter Suche keine Mitarbeiter mehr bekommen? Und wie viele Anfragen zu einer tariflichen Altersvorsorge sind bei Ihnen eingegangen?


Wir fordern Sie auf, unverzüglich ein verhandlungsfähiges Gehalts-Angebot für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Nordrhein vorzulegen, wenn Sie weiterhin eine ernst zu nehmende Tarifvertragspartei sein wollen!



Freundliche Grüße


Die ADEXA-Tarifkommission

Tanja Kratt, Barbara Neusetzer, Birgit Engelmann, Gisa Haeger, Necdet Kalipcioglu, Ute Landmann, Kathrin Niekrenz, Ulla Odendahl, Dorit Vogt und Stefanie Walkowiak


 

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