Japan

Ärzte trauen sich nicht nach Fukushima

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Berlin -

Auch zweieinhalb Jahre nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe im Nordosten Japans mangelt es in der Region weiter an medizinischen Dienstleistungen für die meist älteren Bewohner. Grund sei, dass einige der beschädigten Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen noch immer nicht betriebsbereit seien, andere hätten aufgegeben, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press.

Um den Mangel an medizinischem Personal in den drei am schwersten betroffenen Provinzen Iwate, Miyagi und Fukushima zu lindern, habe die Regierung zwar die Auflagen für Kliniken, wie die Mindestanzahl von Krankenschwestern, gelockert. Doch das reiche nicht aus, hieß es.

In der Provinz Fukushima, wo es in Folge des Tsunami zum Gau im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi kam, hätten Krankenhäuser wegen der andauernden Sorgen über die radioaktive Strahlung Probleme, genügend Personal zu finden. „Selbst wenn wir neue Krankenschwestern einstellen, kündigen sie schnell wieder“, wurde ein Mitarbeiter eines Krankenhauses in der Stadt Minamisoma zitiert.

Viele Bewohner der überwiegend bäuerlichen Region im Nordosten des Landes, in der es schon vor der Tsunamikatastrophe vom 11. März 2011 einen chronischen Mangel an medizinischen Dienstleistungen gegeben hatte, hätten es aufgegeben, ins Krankenhaus zu gehen, berichtete Jiji Press weiter.

In der besonders schwer vom Tsunami beschädigten Stadt Rikuzentakata hätten 13 von 20 Einrichtungen inzwischen wieder geöffnet. Einige Bewohner bräuchten den ganzen Tag, wenn sie in eine Klinik müssten. In Minamisanriku in der Provinz Miyagi hätten sogar nur zwei von 13 medizinischen Einrichtungen in Betrieb. Viele Kliniken wüssten wegen der nach wie vor unklaren Pläne für den Wiederaufbau der Region nicht, wann sie wieder öffnen könnten.

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