Drogenbericht

Mortler: Mehr Tote durch „Legal Highs“

, Uhr
Berlin -

1032 Menschen starben im vergangenen Jahr wegen ihres Drogenkonsums. Die Zahl der Todesopfer wegen neuer künstlicher Rauschmittel nahm dabei deutlich zu. Das geht aus dem Drogenbericht der Bundesregierung hervor.

Die Zahl der Toten wegen sogenannter „Legal Highs“ und anderer synthetischer Rauschmittel stiegt binnen eines Jahres von nur 5 auf 25, wie Bundeskriminalamt (BKA) und Bundesregierung heute in Berlin mitteilten. „Legal Highs“ können oft übers Internet und teilweise sogar legal bezogen werden – als Kräutermischungen, Badesalze, Lufterfrischer oder auch Putzmittel.

„Im vergangenen Jahr starben leider drei Minderjährige durch illegale Drogen“, teilte die Drogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) weiter mit. BKA-Chef Holger Münch sagte: „Synthetische Drogen werden bei Rauschgift-Konsumenten immer beliebter. Die Verfügbarkeit von Amphetaminen und Metamphetaminen ist ungebrochen hoch.“ Die Bedeutung pflanzlicher Drogen sinke mit Ausnahme von Cannabis.

Die in Deutschland am häufigsten festgestellte synthetische Droge bleibt Amphetamin. Auch Ecstasy weist demnach wieder deutlich steigende Tendenzen auf. Mitverantwortlich hierfür sei die große Zahl der illegalen Amphetamin- und Ecstasylaboratorien mit ihren hohen Produktionskapazitäten in den Niederlanden und in Belgien.

Zu 85 Prozent handelt es sich bei den Rauschgifttoten um Männer. Der Altersdurchschnitt der Drogentoten stieg auf rund 38 Jahre an. Die Haupttodesursache war nach wie vor eine Überdosis Heroin, oft in Verbindung mit anderen Stoffen. Mortler kündigte ein neues Gesetz an, nach dem künftig alle Substanzen genereller als illegal eingestuft werden können. Es werde eine „mutige Lösung“ geben.

Erst am Montagabend bezahlten drei Männer zwischen 17 und 19 Jahren den Konsum künstlicher Drogen beinahe mit ihrem Leben. Die Männer seien hilflos in der Nähe eines Supermarktes in Nienburg an der Weser beobachtet worden, teilte die Polizei mit. Sie wurden sofort ins Krankenhaus gebracht.

Anfangs schwebten die drei demnach in Lebensgefahr. Die jungen Männer – Teilnehmer eines Berufsschullehrgangs aus Celle – hatten nach ersten Ermittlungen „Legal Highs“ konsumiert, unter dem Namen „King Kong“ und „Devil Eye“ vertriebene Kräutermixturen.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

APOTHEKE ADHOC Debatte