Verschimmelte Lebensmittel: Was ist noch essbar?

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Berlin -

Kommt es bei Lebensmitteln zur Schimmelbildung läuten erst einmal die Alarmglocken – das ist doch gefährlich und muss direkt entsorgt werden, oder? Bei manchen Nahrungsmitteln kann der Schimmel großflächig weggeschnitten werden, andere sind jedoch wirklich ein Fall für den Mülleimer.

Eine verschimmelte Scheibe im Brot, ein brauner Fleck im Apfel und blau-grüner Flaum auf dem Frischkäse. Bei diesem sichtbaren Teil handelt es sich genaugenommen um die Sporen des Pilzes. Schimmel ist nicht nur unansehnlich, sondern in manchen Fällen auch gefährlich. Denn Schimmel und Bakterien arbeiten zusammen. Je nachdem um welche Schimmelart es sich handelt, können schwerwiegende Krankheiten entstehen. Manche Arten sind hingegen auch ungefährlich – so ist der Blauschimmel im Käse oder auf dem Camembert sogar erwünscht.

Die meisten Schimmelpilze sind flüchtig: Sie befinden sich in der Luft und gehen auf Lebensmittel über – häufig auch aufgrund schlechter Lagerung. Setzen sie sich auf der Oberfläche ab und finden einen Nährboden, können sie sich ausbreiten. Oft gehen dem eigentlichen Schimmel Verfärbungen oder weiche Stellen voraus: Dies ist beispielsweise bei vielen Obstsorten der Fall. Oft riechen die Lebensmittel dann auch schon unangenehm, bevor überhaupt ein Schimmelpilz zu sehen ist.

Schimmel: Von harmlos bis gefährlich

Ob es sich beim entdeckten Schimmel um eine harmlose oder gefährlichere Sorte handelt, ist mit bloßem Auge leider nicht zu erkennen. Im schlimmsten Fall drohen Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen oder Erbrechen. In seltenen Fällen können aber auch allergische Reaktionen auftreten, die durch sogenannte Mykotoxine ausgelöst werden und mit Atemnot einhergehen können.

Das berühmte Wegschneiden des Schimmels ist nicht immer die Lösung: Denn die schädlichen Stoffe bleiben dennoch zurück – auch, wenn sie nicht sichtbar sind. Häufig sind auch schon umliegende Bereiche betroffen. Besonders kritisch ist dies bei Lebensmitteln mit einem hohen Feuchtigkeitsanteil: Dort finden die Sporen einen besonders guten Nährboden. Verschiedene Lebensmittel sind zudem „empfänglich“ für potenziell gefährliche Schimmelpilze. Auch diese sollten daher beim kleinsten Anzeichen lieber entsorgt werden.

Diese Lebensmittel sollten entsorgt werden:

  • Wasserhaltige Obstsorten wie Melonen, Pfirsiche oder Trauben
  • Fleischwaren wie Wurst und Schinken als Aufschnitt
  • Weiche und „feuchte“ Gemüsesorten wie Tomaten und Gurken
  • Zitrusfrüchte wie Orangen, Mandarinen oder Zitronen
  • Milchprodukte wie Joghurt, Quark, Weich-, Schnitt- und Frischkäse
  • Marmeladen, Konfitüren, Kompott und Gelee
  • Säfte
  • Geschnittenes Brot
  • Nüsse aufgrund einer Belastung mit Aflatoxin

Bei Nahrungsmitteln, die nur sehr wenig Feuchtigkeit besitzen, breiten sich die Schimmelsporen nicht so schnell aus. Daher können die betroffenen Stellen hier großzügig entfernt werden – sofern der Rest noch normal aussieht und gut riecht. Bei Unsicherheit sollte jedoch im Zweifelsfall lieber auf den Verzehr verzichtet werden. Manche Lebensmittel sind jedoch in der Regel unproblematisch. Hier kann die betroffene Stelle großzügig entfernt werden.

Nicht zwingend entsorgt werden müssen:

  • Harte Käsesorten wie Cheddar oder Parmesan
  • Hartes Obst & Gemüse wie Kartoffeln, Möhren, Paprika, Äpfel oder Kohlsorten
  • Luftgetrocknete Wurstsorten am Stück wie Schinken oder Salami
  • Ganze Brotlaibe

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