Infektionskrankheiten

Anstieg bei Lepra-Erkrankungen

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Im vergangenen Jahr sind weltweit wieder mehr Lepra-Fälle gemeldet worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) registrierte 233.000 Fälle, gut 6000 mehr als im Jahr davor. Der Kampf gegen die Krankheit, die Nerven absterben lässt und Arterien und Venen verstopft, sei noch nicht gewonnen, warnte der WHO-Regionaldirektor für Südostasien, Dr. Samlee Plianbangchang, zum Auftakt einer Lepra-Konferenz in Bangkok.

„Wir können die Pocken ausmerzen, warum nicht auch Lepra?“ fragte er. Die Krankheit könne erfolgreich behandelt werden. Die erfolgreichen Präparate hätten seit den frühen 80er Jahren rund 16 Millionen Menschen geheilt. Während damals noch 122 Länder schwer betroffen waren, trete die Krankheit heute nur noch in etwa 20 Ländern auf. Samlee rief die Weltgemeinschaft auf, sich besonders um ethnische Minderheiten und Völker in abgelegenen Regionen sowie in Slums zu kümmern.

Lepra-Kranke wurden früher wie Aussätzige behandelt und in Lagern festgehalten. Sie verloren oft Finger, Zehen oder die Nase. Entgegen dem Volksglauben fallen Körperteile aber nicht durch die Krankheit selbst ab. Vielmehr spüren die Infizierten wegen der abgestorbenen Nerven Verletzungen nicht und ziehen sich Infektionen zu. Weil sie auch keine Schmerzen verspüren, bleiben Wunden oft zu lange unbehandelt und Körperteile sterben ab.

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