Insolvenzverfahren

Apotheke wird abgewickelt

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Berlin -

Die Ärzte wanderten nach und nach ab, irgendwann blieb auch für die Apotheke keine Luft mehr zum Atmen. Ende November wurde das vorläufige Insolvenzverfahren über die Hubertus-Apotheke in Westheim bei Augsburg eröffnet. Eine neue Apotheke wird es an dem Standort vermutlich nicht geben.

Das Insolvenzverfahren wurde noch nicht offiziell eröffnet. Dr. Matthias Hofmann wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Eine Sanierung in Eigenverwaltung wird es in diesem Fall nicht geben – die Apotheke hat bereits geschlossen. „Ich habe nur noch Abwicklungsarbeiten zu leisten“, so Hofmann gegenüber APOTHEKE ADHOC.

Als er Ende November zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt wurde, war die Apotheke bereits geschlossen. Der frühere Inhaber hatte auch seinen drei Mitarbeitern schon gekündigt. Die ohnehin vergleichsweise bescheidenen Umsätze der Apotheke hätten zuletzt nicht mehr gereicht, um die Kosten zu decken, berichtet Hofmann.

Dem Insolvenzverwalter zufolge hat sich an dem Standort einiges zum Nachteil der Offizin verändert. Als die Hubertus-Apotheke unter der bisherigen Leitung geöffnet wurde, habe es noch mehrere Ärzte vor Ort gegeben, diese seien aber weggezogen. „Die daraus resultierenden Umsatzeinbrüche konnte die Apotheke letztlich nicht auffangen“, so Hofmann von der Kanzlei Pohlmann Hofmann.

Der Vermieter sei noch auf der Suche nach einem neuen Mieter, berichtet Hofmann. Es sei aber relativ schwierig, wieder einen Apotheker für den Standort zu gewinnen. Derzeit sieht es dem Insolvenzverwalter zufolge so aus, als ob in der Hindenburgstraße keine neue Apotheke betrieben werden wird. Die Versorgung sollte damit nicht gefährdet werden. Denn Westheim ist ein Ortsteil von Neusäss und dort gibt es noch mehrere Apotheken.

Der ehemalige Inhaber überlegt derzeit noch, wie es für ihn weiter geht. Eine eigene Apotheke wird er vermutlich zumindest vorerst nicht mehr betreiben, doch als Angestellter könnte er weiter in seinem Beruf tätig sein.

Pohlmann Hofmann betreut gelegentlich Insolvenzen von Apotheken. Insgesamt sei die Quote in der Branche geringer als etwa in der Gastronomie, so Hofmann. Die Besonderheit bei Apotheken liegt darin, dass der Inhaber sein Geschäft selbstständig führen muss. Dafür gibt es im Insolvenzrecht verschiedene Möglichkeiten, die eine begleitete Sanierung ermöglichen.

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